Grünkohleintopf im November

Grünkohleintopf im November

Trübes, kaltes Wetter verbunden mit einer an sich dunklen Jahreszeit. Idealer Voraussetzungen für die klassischen Grünkohleintopf.

Jeder kocht anders

Für mich gehört Grünkohleintopf zu den Monaten November, Dezember und Januar. Und auch nur dann, denn das Gericht kann ziemlich einheizen. Im Sommer bei über 30 Grad wäre das eher unerwünscht. Abgesehen davon schmeckt das Gericht am besten, wenn es wie so viele Eintöpfe einen Tag lang durchgezogen ist — nicht im Kühlschrank, wohlgemerkt. Wie das dann im Sommer in der Küche riecht, möchte ich mir lieber nicht vorstellen. Überhaupt ist Grünkohleintopf nicht jedermanns Geschmack. Was mitunter vielleicht sogar an einem seiner Probleme eigene könnte.
Das größten Probleme beim Klassiker Grünkohleintopf ist jedoch, dass ihn tatsächlich jeder etwas anders kocht. Ich für meinen Teil bin aufgewachsenen mit der Zubereitung, so wie sie am Niederrhein verbreitet ist. Von dort stammt auch mein Rezept, welches ich schon seit vielen Jahren für den Eintopf verwende. Mein erstes Mal mit fremdgekochtem Eintopf in Ostwestfalen war für mich ein Schock. Insbesondere die nach Seife schmeckende Kohlwurst. Jedes Kind am Niederrhein weiss doch, dass in den Eintopf Mettwürstchen kommen. Allenfalls vielleicht noch Kasseler, wenn man es etwas edler möchte. Ganz klar ist es auch, dass die Kartoffeln am Ende der Garzeit zerstampft werden, schließlich soll das Ganze keine Suppe sein.

Grünkohleintopf
Grünkohleintopf

Konsistenz beim Grünkohleintopf

Die Konsistenz beim Grünkohleintopf gehört für mich zu den wichtigen Faktoren, die über Gelingen oder Misslingen des Gerichts entscheiden. Fest muss es sein, so dass man ohne Problem mit der Gabel essen kann. Alles andere ist Suppe.
Auch werden die Zwiebeln nicht gehackt, sondern kommen als Ganzes in den Eintopf. Vegetarisch oder gar vegan kann das alles auch nicht sein, denn der ausgelassene Speck darin ist geschmacklich relevant. Ihn etwa mit Tofu zuzubereiten , halte ich persönlich für ein Küchenverbrechen.
Nun denn, meine Frau und ich hatten gestern unseren ersten Grünkohltag in diesem Jahr (und freuen uns schon auf die durchgezogene Variante heute Abend). Zubereitet habe ich ihn so, wie ich ihn seit klein auf kenne. Das beste Kompliment meiner Frau dazu: „Ich esse nur den Grünkohleintopf, den du machst.“ Geht mir fast genauso, nur das in meinem Fall ich es bin, der ihn kocht.
Im Übrigen wollte ich heute eigentlich über die letzte Sonntagsfrage Bundestagswahl schreiben, die durch die Medien geistert. Für die SPD sieht es nicht gut aus, dafür für die Grünen um so besser. Mit 24 Prozent, nur drei Prozent von CDU/CSU entfernt haben sie mächtig zugelegt. Am die Jahreszeit macht schon depressiv genug, da muss man sich nicht auch noch mit der SPD beschäftigen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren