Spirit Island Ersteindruck

Spirit Island Ersteindruck

Seit Freitag ist die deutsche Version von Spirit Island im Fachhandel verfügbar. Zeit für einen ersten Eindruck nach zwei gespielten Partien.

Erobern aus anderer Sicht

Als ich zum ersten Mal von Spirit Island in der Spielbox las, wurde mir sofort klar, wie sehr mir dieses Spiel gefallen würde. Ein anspruchsvolles kooperatives Spiel mit einer ungewöhnlichen Thematik. Auch bei mir im Regal befinden sich viele Brettspiele, wo es um das erobern und besiedeln von Inseln geht. Nur in ganz wenigen wie etwa Archipelago bekommen die ursprünglichen Einwohner eine bedeutetenere Rolle als die reiner Statisten.
Bei Spirit Island ist das interessanterweise umgekehrt. Hier wird auch eine Insel „entdeckt“, nur schlüpfen die Spieler nicht in die Rolle der Invasoren, sondern sind Naturgeister auf der Insel. Ihre Aufgabe ist es, die Insel und die Einwohner dort zu beschützen. Eine Aufgabe, die nur gemeinsam gelingen kann. Dabei werden die Invasoren durch ein Kartendeck gesteuert und stellen die Spieler mit ihren Geistern immer wieder vor neue Herausforderungen. Bereits das Spielmaterial macht klar, wer Gut und wer Böse ist. Die Invasoren sind aus Plastik, die Eingeborenen und Geister aus Holz. Überhaupt ist das gesamte Material eine besondere Erwähnung wert. Es ist klar gestaltet, die Zeichnung sind gelungen und es gibt sogar einen praktikablen Schachteleinsatz für alles — nur wenn man die Karten sleeved, wird es etwas schwierig.

Invasoren auf Spirit Island
Invasoren auf Spirit Island

Wie sich Spirit Island spielt

„Wir empfehlen, die Anleitung zweimal zu lesen, bevor ihr die erste Partei spielt.“ Ein nicht unwichtiger Satz in der Spielanleitung. Die ist im Übrigen vorbildlich. Es wird alles Schritt für Schritt erklärt, mit Farbe sind die Passagen hervorgehoben, die nur für das erste Spiel oder für die folgenden Spiele relevant sind. Zahlreiche Einschübe wiederholen und verdeutlichen noch mal wichtige Aspekte der Spielmechanik.
Abgerundet wird das Ganze durch eine Vorgeschichte, Varianten und Szenarien. Man merkt bereits beim auspacken, wie viel in der Schachtel steckt.
Ja, und das kann erstmal erschlagen. Die ersten beiden Parteien haben meine Frau und ich glorreich in den Sand gesetzt. Wir waren zu sehr damit beschäftigt, die Fähigkeiten unsere Spirits kennen zu lernen, als das wir effektiv genug gegen die Invasoren vorgehen konnten. Absprachen gab es punktuell. Was wie eine Schwäche des Spiels wirkt, ist jedoch auch eine seiner Stärken. So was wie einen Alphaspieler wird es nicht geben.
Sowohl thematisch als auch mechanisch haben die beiden Partien unsere Erwartungen in Bezug auf Spirit Island übertroffen. Das Spiel ist jetzt schon eine Perle in unserer Sammlung.

Mehr als zwei Spieler?

Bevor Spirit Island in unserem Spielkreis auf den Tisch kommen wird, müssen meine Frau und ich allerdings noch einige Parteien gespielt haben. Die Rundenabläufe sind hier nicht das Problem, sondern die Beherrschung des eigenen Spirits und die Abstimmung mit den anderen. Das Spiel fordert viel, gibt aber ebenso viel zurück.
Noch ein Wort zur deutschen Version und zur Verfügbarkeit. Bis Anfang Januar 2019 ist Spirit Island Fachhandels exklusive. Das bedeutet, man kann es nur vor Ort im Fachhandel kaufen und nicht online bestellen. Meiner Meinung nach ein guter Zug von Pegasus, um die Einzelhändler zu stärken.
Zur Zeit läuft dazu noch die Kickstarter-Kampagne für englische zweite Erweiterung. Die alleine soll 59 $ kosten. Das fehlt einem natürlich dann das Basisspiel und die erste Erweiterung. Alles zusammen kann man auch „vorbestellen“, würde dann jedoch 185 $ kosten. In beiden Fällen kommen noch die Versandkosten dazu. Geliefert wird dann voraussichtlich im Mai — 2020. Ganz ehrlich, ich bin mit meiner deutschen Ausgaben sehr zufrieden. Pegasus hat die Übersetzung der ersten Erweiterung bereits angekündigt. Selbst ohne ist der Wiederspielwert so hoch, dass man ihn wohl kaum ausschöpfen wird. Abgesehen davon schreitet die Zeit voran und wir werden wohl im Mai 2020 ganze andere Spiele im Sinn haben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren