Spaghetti Carbonara

Spaghetti Carbonara

Ein Gericht wie Spaghetti Carbonara hört sich total einfach an, besteht auch aus wenige Zutaten. Es löst jedoch mitunter einen Glaubenskrieg aus und ist tatsächlich gar nicht so einfach zu kochen.

Einfach, aber schwer

Bei meiner Frau und mir haben Spaghetti Carbonara eine lange Geschichte. Selber kochen wir das Gericht seit über 10 Jahren. Wirklich perfekt trotz unterschiedlicher Rezepte ist das nie bei uns geworden. Ehrlich gesagt wurde in den meisten Fällen daraus eher Spaghetti mit Rührei. Zumindest, wenn man nicht höllisch schnell war. Tja, und selbst dann stockte das Ei auf dem Teller. Bei mir löst das gemischte Gefühle aus. Einerseits habe ich doch schon einen gewissen Ehrgeiz beim kochen. Auf der anderen Seite gibt es da diese unheimliche Begegnung mit selbstgemachte Eierlikör in meiner Jugend. Diese führte dann zu einer großen Abneigung gegen alles, was irgendwie mit frischem Ei zu tun hat.
Warum dann überhaupt Spaghetti Carbonara? Die Frage ich nicht unberechtigt. Nun, es hängt bei uns zusammen mit einem lieben ehemaligen Nachbarn, bei dem wir in Bielefeld zum ersten Mal selbstgemachte Spaghetti Carbonara aßen. Er hat die wirklich fantastisch hingezaubert (im doppelten Wortsinn, aber um das zu verstehen, müsste ich noch mehr erklären). Unglaublich cremig und lecker.

Spaghetti Carbonara
TanteTati / Pixabay

Der Trick bei Spaghetti Carbonara

All die Jahre, in dem meine Frau und ich dann mehr oder weniger versucht haben, uns diesem Original zu nähern, waren geprägt vom Scheitern. Dabei will ich gar nicht auf die Glaubensfrage eingehen, ob man das Gericht mit oder ohne Parmesan isst. Es soll Gerüchten zu Folge sogar ein italienisches Restaurant in Köln geben, wo man höflich aufgefordert wird zu gehen, wenn man nach Parmesan dazu fragt.
Genauso führt es zu intensiven Diskussionen, ob man das Gericht nun mit Sahne oder Milch zubereitet. Aber egal ob mit oder ohne Parmesan, mit Milch oder Sahne — oder Sahne mit einem Schuss Weißwein, bisher haben wir das Stocken des Eis nicht verhindern können. Irgendwas fehlt, ein kleiner, entscheidender Trick. Über den stolperte ich gestern drüben bei Mia im Kochkarusell: „Außerdem sind die tropfnassen Nudeln super wichtig. Durch das Nudelwasser wird die Sauce herrlich cremig und stockt nicht.“
Bingo, das war es! Gestern Abend haben wir dann noch mal Spaghetti Carbonara nach einem unserer Rezepte gekocht:

Spaghetti alla Carbonara aus Nippes

Zutaten
500 g Spaghetti
Salz
schwarzer Pfeffer, frisch und grob gemahlen
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
1 EL Olivenöl
200 g Baconwürfel
5 Eier
250 ml süße Sahne
200 g Käse frisch geriebener Parmesan

Zubereitung
Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest (al dente garen) garen. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Baconwürfel darin auslassen. Eier, Sahne, Muskatnuss, Salz und Pfeffer verquirlen.

Etwas Nudelwasser (eine Kelle) in die Pfanne geben, dann Spaghetti abgießen und in der Pfanne bei ausgeschalteter Herdplatte mit den Baconwürfel mischen. Eiersahne darüber geben, alles nochmal mischen. Fertige Spaghetti Carbonara auf Teller geben und mit etwas grob gemahlenen Pfeffer (Köhler-Effekt) darüber bestreuen. Mit oder ohne Parmesan genießen.

Siehe da, tatsächlich herrlich cremig. Es stockte nichts, weder in der Pfanne, noch auf dem Teller noch die Reste in der Pfanne. Nach dem Anbraten des Specks habe ich noch eine Schöpfkelle mit Nudelwasser in die Pfanne gegeben und die Nudeln nicht mit Hilfe eines Siebes abtropfen lassen. Einfach nur den Deckel auf den Topf, Ofenhandschuhe schnappen und dann Wasser abgießen. Perfekt! Nur beim nächsten Mal ich vor dem aufessen auch ein Foto.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren