Spieler 2 am Zug

Spiele für die Zweisamkeit, darüber schreibt Firyar drüben ihn ihrem Blog. Ein Thema, welches ich selber ziemlich spannend finde und was auf gewisse Weise gut an meinen Artikel von gestern abschließt. Brettspiele sind für mich schon lange ein Thema, seit gut zwanzig Jahren hat die Tauglichkeit eines Spieles für zwei Spieler eine naheliegende Bedeutung.
Gerade wenn man in einer Beziehung und gemeinsam unter einem Dach lebt (und der Partner die Leidenschaft für Brettspiele mit einem teilt), hat man theoretisch einen zweiten Spieler rund um die Uhr zur Verfügung. Für die Umsetzung der Theorie in die Praxis werden allerdings Spiele benötigt, die sich tatsächlich gut mit zwei Spielern spielen lassen.

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Die Betonung liegt hier nicht ohne Grund auf gut, Firyar bringt das auf den Punkt, wenn sie über Spiele schreibt, die laut Aufdruck auf der Schachtel zwar für zwei Personen geeignet sind, eigentlich aber in der Besetzung nicht richtig funktionieren beziehungsweise einen virtuellen Spieler benötigen – hierzu fällt mir spontan Aquire ein.

Genauso spontan fallen mir zwei Spiele ein, die schon sehr lange existieren und für genau zwei Spieler entwickelt wurden. Schach und Go, wobei ich nur letzteres wirklich häufig gespielt habe. Beide Spiele besitzen einen enorme Spieltiefe, liegen aber auf einer Skala von abstrakt bis thematisch ganz klar am linken Ende der Skala. Ich mag Go wirklich, noch viel lieber mag ich aber themenbezogenen Spiele, die mich hineinziehen in eine andere Welt. In dieser Hinsicht steckt viel von meiner Leseleidenschaft im Hobby. Und wohl auch ein Stück meines früheren Faible für Rollenspiele.

Zurück zu den Spielen, die für zwei Personen geeignet sind. Mein Eindruck ist, dass sich in den letzten Jahren die Situation erheblich verbessert hat. Es gibt zwar immer noch Spiele, die sich trotz anders lautender Aussagen nicht wirklich gut mit zwei Spielern spielen lassen, dadurch das die Menge aber insgesamt zugenommen hat, sind aber auch viele Spiele auf den Markt gekommen, die sich hervorragend zu zweit spielen lassen.

Firyar hat eine Übersicht zusammengetragen, die ich an dieser Stelle noch mal mit Titeln aus meinem Fundus ergänzen möchte. Den Anfang macht eine Reihe von Titeln, die sich ausschließlich mit zwei Personen spielen lassen.

Polis ist eines der härtesten Spiele. Thematisch packend, aber auch ziemlich komplex. Bei unseren Partien zeigte sich immer wider, das ein einziger Spielfehler ausreicht, um vorzeitig mit einer Niederlage das gesamte Spiel zu verlieren. Trotzdem eine Empfehlung wert.

Da meine Frau ich Spiel mit Miniaturen mögen, griffen wir bei der Neuauflage von Battlelore zu – auch wegen der brillanten Rezension bei Shutup & sit down. Die Schlachten sind sowohl abwechslungsreich als auch ausgeglichen. Die unterschiedlichen Armeen haben ihre eigenen Stärken und Schwächen, in Gesamtheit entscheidet die Schlacht aber Geschick und etwas Glück.

Über unseren Neuzugang in der Riege der Spiele für zwei, X-Wing, schrieb ich in den letzten Tagen so einiges. Sicherlich ein teures Spiel, wenn man damit angefangen hat und seine eigene Flotte ausrüstet, aber auch ein Spiel mit einer ungeheuren Dynamik. Man kann hier wirklich von einem echten Fluggefühl sprechen. Thematisch eingebunden ist das Spiel ins Star Wars Universum, was auch ein gutes Stück zur Atmosphäre beiträgt.

Der kleine Haken an diesen Spielen ist der bereits einleitend erwähnte Umstand, dass sie sich wirklich nur zu zweit spielen lassen. Das gilt im Prinzip auch für die nachfolgenden beiden Titel, auch wenn es für sie Varianten für Mehrspieler gibt. Hier sind die Varianten aber eher Notlösungen oder aber illusorisch, weil sie die Spielzeit und Spielbarkeit erheblich verändern.

Krosmaster, wieder ein Spiel mit Miniaturen, besticht nicht nur durch seine Optik. Es ist Schach auf LSD und hat demgegenüber auch noch den Vorteil, ein thematisches Spiel zu sein.

Das Gleiche gilt auch für Memmoir ’44, allerdings sollte man mit dem Thema Zweiter Weltkrieg kein Problem haben. Wenn doch, greift man lieber zu Battlelore, die beiden Spielen teilen sich den gleichen zu Grunde liegenden Mechanismus. Dadurch, dass man bei Memoir ’44 wirklich historische Kämpfe im Rahmen der Möglichkeiten nachspielt, bekommt man nebenbei zumindest einen kleinen Einblick – Krieg wird im Übrigen im Spiel nicht verharmlost.

Abschließen möchte ich mit zwei Spielen, die sich gut mit zwei Personen spielen lassen, aber genau so gut auch mit mehr Mitspielern.

Als Zivilisationspiel nimmt Historia in seiner Gattung eine Sonderrolle ein, denn der dominante Teil des Spielplans besteht aus einer Entwicklungsmatrix, während die Weltkarte selber wie ein Anhang wirkt. Eine Sonderrolle hat das Spiel auch deshalb, weil man es zu zweit spielen kann, optional aber auch mit Bots, virtuellen Gegenspielern. Die sind aber kein schlecht gemachter Ersatz für echte Mitspieler, sondern eine pfiffige Variante, um auch in größerer Runde eine Portion Pep ins Spiel zu bringen. Wenn sich fünf menschliche Spieler von einem Bot schlagen lassen, sorgt das schon mal für Überraschung.

Mein absoluter Favorit unter den Spielen für zwei und mehr Personen ist seit einigen Monaten Innovation. Wie Historia ein Zivilisationspiel, es wird allerdings ausschließlich mit Karten gespielt. Diese dienen als Motor der Entwicklung, zählen als Punkte oder werden verwendet, m die Dominanz eines Spielers in einer Epoche anzuzeigen. Grob geschätzt haben meine Frau und ich mittlerweile 30 Parteien gespielt, in unterschiedlicher Zusammensetzung. Innovation spielt sich mit zwei, drei oder vier Spielern gleich gut, ist aber zugleich in jeder Besetzung ein Stück anders.

Wenn man ein Spiel sucht, was nicht so viel kostet, ziemlich kompakt ist, so dass man es mit in den Urlaub nehmen kann und das auch noch mit mehreren gut funktioniert, kann man bedenkenlos zuschlagen und sich Innovation kaufen. Erklären lässt es sich, nebenbei gesagt, auch de hat schnell.

Ursuppe

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