Physikalische Niete

In meiner Kindheit lag einmal Weihnachten ein Kosmos-Elektrobaukasten unterm Baum. Es war eines der Weihnachtsfeste, wo ich am ersten Weihnachtstag morgens während alle anderen noch schliefen im Bademantel neben dem Baum saß und die Experimente aus dem Kasten nachbaute. Gut erinnern kann ich mich noch an die Flip-Flop Schaltung oder den Motor. Elektronik hat mich immer begeistert, was in der neunten Klasse auch zu einem Praktikum in einem Elektrofachbetrieb führte (und zu meinen Entschluss führte, doch lieber Abitur zu machen).

Mathematik und Informatik (gerade auch das Bauen von Robotern), damit kam ich immer schon gut klar. Aber in Physik blieb ich eine Niete, so muss man das leider heute sagen. Insbesondere in der theoretischen Physik. Vielleicht geht es mir da wie die meisten Menschen. Im Alltag fühle ich mich jedenfalls nicht gehandicapt dadurch. Und normalerweise würde ich mir darüber weder große Gedanken machen noch einen Blogeintrag dazu schreiben. Schuld an meinem Geständnis ist mein neues iPhone, besser gesagt ein App, die mit iOS 8 automatisch installiert wurde: Health
Diese kann sich mit diversem Gesundheitsspielzeug via Bluetooth verbinden und Daten zentral sammeln, die im Bedarfsfall auch an den behandelnden Arzt automatisch geschickt werden können. Vermutlich wird es in einigen Jahren so sein, dass man einen schlechteren Tarif bei den Krankenkassen erhält, wenn man so was nicht nutzt.

Aber es geht hier nicht um gesellschaftspolitische Themen, sondern um Physik — was aber zeigt, wie gerne ich das Thema wechseln, wenn ich mich Richtung Glatteis bewege. Auch ohne zusätzliches Equipment ist der in der sechsten Generation des iPhones verbaute M8 Motion Coprozessor in der Lage, Daten vom Daten von Beschleunigungssensor, Kompass, Gyrosensor und dem eingebauten Barometer zu sammeln. Damit misst das iPhone die Anzahl der Schritte, der zurückgelegten Kilometer und der überwunden Höhenkilometer ganz von alleine — als Werkseinstellung.

Mich hat das etwas überrascht, als ich gestern mehr oder weniger zufällig die App Health aufgerufen hatte, was dort schon alles an Daten gesammelt wurde.

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Statt Bedenken stellte sich mir, angesichts der täglich rund 3,18 zurück gelegten Kilometer eine ganz andere Frage. Nämlich die, wie präzise die Datenerfassung durch das iPhone eigentlich ist. Würde ich mich nur zu Fuß fortbewegen, müsste das, so meine Annahme, ziemlich korrekt sein, was an Daten erfasst wird. Tatsächlich bin ich jedoch auf der Strecke Köln — Essen und zurück mit dem Zug unterwegs. Genau an diese Stelle kommen wir dann zur Physik und zu meinen peinlichen Wissenslücken.

Wenn das iPhone in der Lage ist, meine Bewegung zu messen, obwohl es sich in meiner Umhängetasche befindet, die ich zu Fuß geschulter habe, wie sieht das dann im Zug aus? Die Tasche wird ja auch bewegt, beziehungsweise, der Zug in dem ich zusammen mit der Tasche befinde, bewegt sich. Stelle ich mich ganz dumm, müsste das iPhone eigentlich eine erheblich längere zurückgelegte Strecke anzeigen.

Irgendwo in meinen Erinnerungen aus der Schulzeit landete ich dann wieder bei Physik. Stichwörter schossen mir auch den Kopf: Bezugssystem, relative Geschwindigkeit und gemessen Geschwindigkeit. Viel weiter bekommen bin ich allerdings nicht. Unwissenheit führt zu eigentlich überwunden Vorstellungswelt. Irgendwie magisch weiss das iPhone, ob ich mich bewege oder bewegen lasse. Wirklich befriedigend ist so was allerdings nicht.

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