Lasst die Butter auf meinem Brot

Selbsternannte SEO-Optimierer (Profis erkennen den weißen Schimmel im Begriff) sind für mich ein rotes Tuch. Sowohl meine Erfahrungen als Blogger als auch das, was ich tägliche in der Agentur mit dieser Spezies erlebe, sind Grund genug dafür. Sicher es gibt Personen, die eine Webseite mit seriösen Mitteln weiter nach vorne bringen können und Inuit keine Kühlschränke verkaufen. Leider viel häufiger, es mag aber auch an meiner getrübten Wahrnehmung liegen, treffe ich auf schwarze Scharfe mit gebleachten Zähnen.

Deutlich betonen möchte ich, dass nicht nur im Spiel ein guter Verlierer bin, sondern auch wenn es um Pitch und Angebote geht. Wo ich aber wirklich brechen könnte sind solche Angebote, die man sich hätte sparen können, weil die Entscheidung vorher bereits feststand — das ist so, als wenn man bei Mensch-Ärger-Dich-Nicht einen eigenen Würfel nur mit Einsen bekommt.

Richtig, und ich meine hier richtig, richtig ärgerlich wird es, wenn die Gegenseite zusätzlich zu diesem “kleinen” Startvorteil auch noch in meinen Vorgarten pinkelt. Klingt merkwürdig, fühlt sich aber in etwa so an. Auch wenn wir in der Agentur zu 90 Prozent TYPO3 Projekte abwickeln, kenne ich mich nach wie vor mit WordPress aus. Ich weiss, mit welchen Plugins und Themes man aus dem Stand heraus eine schicke Landingpage bauen kann — ohne viel Aufwand. Mir ist auch ebenfalls bekannt, wie gut WordPress geeignet ist für die Verknüpfung mit anderen Social Media Kanälen. SEO-technisch muss man hier keinen großen Hokuspokus (interessant ist hier die mögliche Herleitung aus der katholischen Messe, wo die Gemeinde nicht sieht, was der mit dem Rücken zu ihr gewandte Prieset eigentlich treibt) betreiben, um eine erfolgreiche Landingpage zu bauen. Wichtig ist hier, wie bei jedem anderen Projekt auch, der Content. Aber wem sag ich das.

Jedenfalls, wenn jemand anderes sich als große Magier verkauft, den Auftrag einsackt und dann genau das gleiche macht, was man selber im Angebot beschrieben hat, kommt man sich ziemlich verladen vor. Sich auf diese Weise die Butter vom Brot nehmen zu lassen, ist keinesfalls besonders angenehm. Es sorgt auch kaum dafür, meine Wertschätzung gegenüber “SEO-Optimiereren” zu steigern. Ganz im Gegenteil.

Um es noch mal in deutlich klarzustellen, vielleicht auch für Menschen, die sich eine teure Landingpage bauen lassen. Man kann sehr günstig mit Elementen von der Stange gebaut werden. Bei Themeforest findet man wirklich hervorragendes mit den entsprechenden Schlagworten. Plugin, die eine WordPress-Installation optimieren für Suchmaschinen, gibt es einige. Besonders empfehlenswert ist hier wpSEO. Was die Anbindung an Facebook und Twitter angeht, bietet Jetpack von Automattic schon ganz gute Möglichkeiten. Darüber hinaus müsste man genau überlegen, was noch an zusätzlichen Funktionen eingebaut werden soll.
Für die Landingpage selber empfiehlt sich (je nach Projekt) auch noch eine Newsletteranmeldung. Ideal dafür ist mailpoet (in der Basisversion kostenlos).

Ausgerüstet mit dem Wissen, könnten sich Kunden mit einem minimalen technischen Sachverstand eigentlich ihre Landingpage selber basteln. Das gesparte Geld investieren sie dann in ein fähigen Grafiker / Fotografen und eine gute Texterin.

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