Man lernt nie aus. Mann, der gerne Fleisch ist, auch nicht. Gestern durfte ich einem Monolog lauschen, in dem es um sogenanntes abgepacktes Frischfleisch ging. Das wird, so die landläufige Meinung vergasst. Fachlich richtig ist das jedoch nicht, wie mir erklärt wurde.
Der korrekte Begriff dafür ist „unter Schutzatmosphäre verpackt”. Dabei wird ein Gemisch aus Stickstoff und Ozon in die Packung geleitet, was das die Vermehrung von Bakterien und Keimen hemmt. Das Ozon sorgt zusätzlich noch dafür, dass das Fleisch seine frische Farbe behält. Ein UV-Filter in der Folie der Verpackung dämpft auch noch die Auswirkungen des Sonnenlichts auf die Ware. Eigentlich nicht schlecht, sollte man meinen.
Puristen ist das aber nicht geheuer. Zwar ist es nicht so, dass man beim öffnen der Packung an einer Gasvergiftung stirbt, aber sie stellen sich auf den Standpunkt, dass das Fleisch durch die Form der Behandlung nicht mehr im Originalzustand sei und demnach nicht Frischfleisch heissen dürfe. Ähnlich wie de ESL-Milch wäre es dann ESL-Fleisch.
Der Fachmann gestern hat völlig recht mit dem Frage, was die Leute denn jetzt nun wollen. Gammeliges, unbehandeltes Fleisch oder gesundheitlich unbedenkliche Ware.
Wer heute auf den Kalender geschaut hat oder mit andern (evtl. sogar dubiosen) Methoden das heutige Datum in Erfahrung gebracht hat, wird wissen, dass wir im September angelangt sind.
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Thomas Boley, der Mensch hinter den Texten hier, ist gebürtiger Niederrheiner im Bielefelder Exil. Mit der Stadt, die es eigentlich nicht geben soll, hat er sich zunächst abgefunden, dann sogar angefreundet. Schreiben ist für ihn kein Akt der Verzweiflung, sondern die Lust mit Sprache zu spielen. Das dabei auch nach Kommentaren und Feedback gefischt wird, ist nicht auszuschließen. mehr »
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