Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Passend zur am Wochenende beginnenden Adventszeit eignet sich ein Christstollen fürs Fotoshooting.

Mit oder ohne Rosinen?

Ein komisch geformter Rosinenstuten mit etwas Puderzucker darüber. Das wäre mein niederrheinische Definition von Christstollen. Mit anderen Worten, Rosinenstuten kenne ich aus meiner Kindheit, Christstollen nicht. Als Teigware zur Adventszeit lernte ich es erst in Bielefeld kennen. Ob ich ihn mag? Lässt sich ungefähr so gut beantworten wie die Frage, ob man Grünkohl mag. Es kommt nämlich darauf an. Wer ihn gemacht hat, nach welchem Rezept und mit welchen Zutaten.

Bei Grünkohl gibt es allerdings für mich persönlich eine recht einfache Antwort. Ja, ich liebe den Grünkohleintopf, den ich nach eigenem Rezept selber koche. Hier in Ostfriesland gibt es zudem hervorragendem TK-Grünkohl. Mit den Mettenden ist es allerdings etwas schwieriger, da bevorzuge ich die rheinische Variante. Zur Not geht aber Kassler, das ist überall gleich.

Zurück aber zum Rosinenstollen, beziehungsweise Christstuten. Nach wie vor bin ich kein großer Freund von Rosinen. Wenn Stuten, dann am besten ohne. Gerne auch die Rogenvariante mit Anisgeschmack von einem verdammt guten Bäcker hier aus der Gegend.

Sicher, in einem original Dresdener Christstollen gehören Rosinen. Sagt auch die Stiftung Warentest, die in ihrer aktuellen Ausgabe 18 rosinenhaltige Stollen testete.

Fotomodell Christstollen

Mit dem Original ist das allerdings so eine Sache. Nur die aus Dresden dürfen sich so nennen und auch nur die haben die Chance, das Stollensiegel zu bekommen. Im Hinterkopf habe ich noch, dass es dazu mal einen Bericht im Fernsehen gab, auch über die merkwürdigen Verbindungen zwischen Verein und den Trägern des Siegels. Finde ich aber nicht mehr.

Egal, beim Dresdener Christstollen sind vor allem mehr als nur Rosinen drin. Geschmacklich wichtig finde ich Orangeat und Zitronat. Die richtig guten Stollen sind nicht vorab mit Puderzucker bestäubt — der weicht ein und wird matschig. So wie der Stollen, den meine Frau und ich heute zum Kaffee hatten. Besonders sah er auch nicht aus (Hersteller verschweige ich mal) und außer viel Rosinen hatte er nur wenig aufzuweisen. Aber er war günstig, deutlich günstiger als der Testsieger von Stiftung Warentest.

Der VHS-Fototreff ist in gewisser Weise Schuld, dass wir so was überhaupt auf dem Tisch hatten. Der Christstollen agierte nämlich heute Morgen als Fotomodell für ein Low-Key Schwarzweißfoto (Ergebnis siehe oben). Für den ersten Versuch wollte ich jetzt keinen keinen teuren Stollen verwenden — und Lebensmittel wegwerfen ist auch nicht so mein Ding.

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