Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Im Tausch gegen zweieinhalb Stunden Lebenszeit kann man sich mit dem Film Eternals ab ein IQ unter 50 unterhalten lassen.

Film fehlt Format

Das Thema Superhelden in Filmen ist vergleichbar mit einem Kaugummi, den man zu lange im Mund hat. Selbst mit extra langem Geschmack ist der auch irgendwann wenn. Zurück bleibt ein fades Gefühl im Mund und eine undefinierbare Masse, auf der man nach wie vor herumkaut.

Marvel und sein Universum der Superhelden, die Avengers und zahlreiche Cross-Referenzen — langsam scheint da die Luft raus zu sein. Der Film Eternals sieht nach einem verdammt guten Beleg für diese These aus. Das beste, was man ohne Spoiler (die sind gleich leider unvermeidbar) sagen kann: Mit einem Abo von Disney+ ist der Film zumindest kostenlos.

Schon den ersten Szenen sorgen für Verwirrung. Bei Eternals wurden einige Szenen in Imax (was etwa dem 4:3 Format entspricht) und andere in 16:9 gedreht. Im Ergebnis hat man mal unten und oben schwarzen Balken und dann mal nicht. Persönlich reißt mich so was schon mal komplett aus der Filmhandlung, weil ich über die Ursache für einen vermutete technische Störung grüble.

Die Handlung selber (Achtung Spoiler) ist haarsträubend. Gigantische Weltenschöpfer (Celestials) nutzen Planeten zur Fortpflanzung, in dem sie in deren Kern ihren Samen platzieren. Zum Schutz des im Verborgenen Heranwachsenden werden künstlich geschaffen Eternals eingesetzt. Bei der Geburt des neuen Celestials wird dann nicht nur der Planet zerstört, sondern auch das Gedächtnis seiner Wächter gelöscht.

Wild zusammengesetzte Eternals

Zugegeben, eine stark komprimierte Fassung der Handlung. Auf diese Weise spart man sich aber über zweieinhalb Stunden Lebenszeit. Eternals mach es der Kritik nicht leicht — man weiß einfach nicht, wo man anfangen soll. Es wurde sich wild aus der Mythologie, als wären die Verantwortlichen für das Drehbuch auf einem LSD-Trip gewesen. Das würde dann auf jeden Fall die Bollywood-Einlage erklären.

Klar lässt sich einwende, dass Figuren wie Thena (angelehnt an die griechische Göttin Athene) bereist seit 1976 im Marvel-Universum kursieren. Besser wird es dadurch aber auch nicht. Auch die Idee, wir wollen so jemanden wie Superman, der Laseraugen hat. Leider ist der bei DC unter Vertrag, also nehmen wir Ikaris, der kann dann auch fliegen. Dass Ikaris am Ende wie der Original-Ikarus der Sonne zu nahe kommt — ach scheiß darauf.

Völlig daneben ist im Übrigen meiner Meinung der Versuch, mit aller Gewalt Diversität in den Film hinein zu hämmern. Dadurch wird Eternals unerträglich lächerlich. Eine allmächtige Wesenheit erschafft Verteidiger der Welten und misch darunter ein Mädchen und eine Taubstumme? Ja nee, ist klar. Der Film stirbt an seinen eigenen logischen Brüchen. Da macht es den Kohl dann auch nicht mehr fett, dass auch die Deviants vom Celastial Arishem erschaffen wurden.

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