Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Hoppel fuhr an den ausweichenden Autos vorbei und verließ hinter dem Lentpark die Innere Kanalstraße. Hinter Sankt Agnes fuhr Hoppe parallel zur Neusser Straße. Badinger und er schweigen sich den Rest der Strecke bis zum Eigelstein an. Für Badinger war nicht nur die Gegend neu, sondern auch der Gedanken, für die Kollegen einen Einstand zu gegeben. Das war der Tipp, den Schaff ihm noch beim Abschied ins Ohr geflüstert hatte. Ohne Einstand werden sie einen schweren Start bei den Kollegen haben. Auf so was wird hier viel Wert gelegt.

„Nächster Halt Kunibertsviertel.“ Hoppel riss Badinger aus seinen Gedanken. Hinter einem Halteverbotsschild fuhr Hoppe an den Straßenrand.

„Gratis-Tipp von mir. Wenn du selber fährst, achtet darauf korrekt zu parken.“

„Wir bekommen doch keine Strafzettel.“

„Besonders wir. Es scheint den Mitarbeiterinnen vom Ordnungsamt besondere Freude zu bereiten.“

Die beiden Kriminalbeamten stiegen aus und ging rüber zur Nummer 23. Der Altbau war eingerüstet, weiße Planen hingen an den Metallstreben herab und warben für die die Modernisierung durchführende Baufirma. Polizeiabsperrband rings um den Eingangsbereich und den Bürgersteig hielt neugierige Passanten auf Abstand. Schlaff hing es in der nahezu windstillen Luft.

Zwei Beamte von der Streifenpolizei standen davor und schwitzen in ihrer Polyesterdientsbekleidung. Die Sommerkollektion war immer noch nicht eingetroffen. Dafür hätte sie sich kratzende Wintermützen aufsetzen können, von denen ein ganzer Karton auf der Wache stand. Sie kannte Hoppel, sodass dieser sich nicht ausweisen musste. Mit ausgestrecktem Daumen an der Faust zeigte er auf den hinter ihm stehenden Badinger.

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