Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der Hunger schien größer als vermutet zu sein. Dann kam der Kreisel und Badinger sah zum ersten Mal das Hotel, wie es sich fernab von Fotos präsentiert. Als positive empfand er das fehlende Baugerüst an der Fassade.

Immerhin etwas. Wobei es die Ecke, an der sich das Hotel befand, vermutlich sogar noch etwas ruhiger gemacht hätte. Badinger betrat die Lobby des Hotels. Abgegriffenes Mobiliar bestätigte seine Vermutung, eine besonders günstige Wahl getroffen zu haben. An der Rezeption saß ein Portier, der sich in den Express vertieft hatte. Eine der vielen Besonderheit von Köln, an dies sich Badinger erst mit der Zeit gewöhnen würde. Badinger stellte seine Tasche ab und wartet. Der Portier blickte weiter in die Zeitung. Die Glocke an den Tresen riss ihn aus seiner Beschäftigung.

„Jung, wat willste?“

Badinger verkniff sich eine Bermerkung. Jung fühlte er sich schon lange nicht mehr. Und heute vor allem besonders müde.
„Von ihnen nichts, aber ein Zimmer wäre in Ordung.“

„Schauen wir mal, ob das was frei ist. Haste resviert?“

Badinger nickte und kramt die Buchungsbestätigung vom Hotelportal hervor. Der Portier verzog das Gesicht, als sich mit einer ollen Kamelle gerade einer seiner Zahnfüllungen herausgeholt hätte.

„Kann ich hier nicht finden.“

„Würden Sie bitte noch mal nachschauen, bevor ich ihnen zu viele Umstände mache?“

„Momentchen, ein Alter Mann ist schließlich kein D-Zug.“

Der Computer wurde bemüht. Dann reichte der Portier Badinger eine Schlüselkarte rüber.

„Fünfter Stock, Gang links, ganz am Ende. Da Reservierung war mit Frühstück. Wenn de dich beeilst, ist vielleicht noch was da.“

„Na besten Dank.“

Badinger schleppt sein Gepäck zum Aufzug.

„Brauchtste nicht zu versuchen“, rief ihm der Alte hinterher, „der ist kaputt.“

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