Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Badinger schulterte seine Tasche und zog den Rollkoffer hinter sich her. Beides zusammen machte seinen momentanen Besitzstand aus. Der Rest befand sich noch in einer Garage in Bielefeld.

Mit seiner Nachmieterin bestand eine Vereinbarung, daher konnte Badinger den Platz vorerst nutzen, bis er in Köln eine Wohnung gefunden hatte. Vorerst würde er jedoch mit einem Hotelzimmer vorliebnehmen müssen. Bei der Suche nach einer Wohnung vom Optimismus getrieben, musste er kurz vor seinem ersten Arbeitstag erkennen, wie angespannt der Wohnungsmarkt in Köln war. Selbst wenn man verbeamtet und alleinstehend war, wurde einem die Wohnungen nicht hinterher geschmissen. Seiner Tante wollte er nicht zur Last fallen.

Wenn er ehrlich zu sich selber war, was selten genug vorkam, bevorzugte er es auch, ohne die Aufsicht durch seine Tante in einer eigenen Wohnung tun und lassen zu können, was er wollte. Abgesehen davon zeichnete sich das Haus seiner Tante in Flittard nicht gerade durch seine zentrale Lage aus. Wenn er es vorgezogen hätte, in ländlicher Umgebung zu versauern, hätte er sich die Versetzung nach Köln auch sparen können.

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