Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Freibad von früher

Rund um das heimische Planschbecken gibt es eine Mädchen, denen an durch gewagte Sprünge vom Sprungbrett imponieren kann. Und Pommes schmecken im Sommer auch nur im Freibäder wirklich gut.

Ein Freibad gehört definitiv zu den Sehnsuchtsorten im Sommer. Insbesondere wohl auch für pubertierende Jugendliche.

Salmiak und Pommes

Rückblickend kann ich ohne Rot zu werden ziemlich genau definieren, wann meine Zeit im Freibad ihr vorläufiges Ende nahm. Über Freibäder zu schreiben, ist für mich mit einer Menge an Erinnerungen verbunden. Gleichzeitig aber auch mit einem zunehmenden Gefühl der Enge, die im Gegensatz zum „Frei“ im Bad steht.

Rollen wir es rückwärts ab. Zum letzten Mal in einem Freibad war ich in Bielefeld, als ich mich noch im Grundstudium befand. Vom legendären Freibad in Gaderbaum hatte ich gehört, aber meine Zeit an der kirchlichen Hochschule begann nach der Saison und endete auch deutlich vor der nächsten. In die Badeanstalt in der Innenstadt von Bielefeld wäre ich unter normalen Umständen nicht gegangen. Sie bot sich aber an, um im Rahmen meiner Betreuungstätigkeit für Kinder dort im Sommer Abkühlung zu finden. Alleine wäre ich dort wohl nicht hing gegangen. Das hat viel mit meiner Geburtsstadt Wesel zu tun.

Später in Köln machte ich einen großen Bogen um Bäder jeglicher Art. Eine Allergie nicht nur gegen Chlor, sondern auch gegen zu viele Menschen auf engem Raum. Als Kind empfand ich das früher nicht so schlimm.

See statt Freibad

In Wesel war das Rheinbad damals das Freibad überhaupt. Als Kind war ich mit meinem Bruder und Vater dort häufiger. Auch später in der Mittelstufe gehörte zum Sommer das Rheinbad genau so dazu wie die Portion Pommes, die dort einfach einen besseren Geschmack hatte. Ab und an gab es Salmiak-Kugel, ständig hing der Geruch von Sonnenschutzöl in der Luft, gemischt mit Frittierfett. Die Gerüche kann ich mir aus meinen Erinnerungen schnell wieder hochholen.

Natürlich sprang ich auch vom Fünf-Meter Turm. Wenn ich eins schon recht früh konnte, dann schwimmen und tauchen. Die üblichen Schwimmabzeichen hatte ich selbstverständlich — später dann noch weitere Ambitionen, die nicht ganz die meinen wahren.

Als Jugendlicher kam mir und vermutlich einigen anderen das Freibad nicht mehr cool genug vor. Wesel hat einen Baggersee, der zum Teil auch als Badesee ausgewiesen ist. Der Auesee ist, auch heute noch, einfach schöner zum Schwimmen. Vor allem, weil man richtig Platz für sich hat. Nicht alle trauen sich weiter hinaus, dort wo das Wasser auch kälter wird.

Meine Wehrdienstverweigerung schrieb ich in der Oberstufe in einem Sommer auf eine Bastmatte am Auesee. Im Zivildienst dann wagte ich mich ein Mal in das Nibelungenbad nach Xanten. Ein Wellenbad, was es so damals nicht in Wesel gab. Die letzten Tag in Wesel ging es dann nicht mehr an den Auesee zum Baden, sondern zum wehmütigen Abhängen mit billigem Wein von der Tankstelle.

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