Benutzeroberfläche bei Gendersternchen

Benutzeroberfläche bei Gendersternchen

Die Zugänglichkeit eines Produktes hängt erheblich von seiner Benutzeroberfläche ab. Zum Glück hat es die Evolution es in dieser Hinsicht gut mit uns gemeint.

Provokantes am Morgen

Für mich gibt es Morgen für Morgen ein festes Ritual, nach dem Frühstück im Idealfall abläuft. Fester Bestandteil ist entweder Kaffee oder Tee (abhängig von Tageszeit und Milchvorrat). Genau so gehört dazu für mich seit Jahren die Süddeutsche Zeitung. Schon seit längerem in digitaler Form auf dem iPad.

Seit der letzten Aktualisierung der SZ-App treibt mich dieses allerdings in den Wahnsinn. Mittlerweile weiß ich nicht, ob ich ins Brötchen oder vor Wut ins iPad beißen soll. Schuld daran ist die neue Benutzeroberfläche. Das Inhaltsverzeichnis wird auf der rechten Seite angezeigt, auch manchmal unaufgefordert. Eigentlich ja kein Problem, wenn es sich denn leicht ausblenden ließe. Vielleicht schaffen das andere Leserinnen und Leser, ich jedenfalls nicht. Unkontrolliert öffnen sich anderen Artikel und der, den ich gerade lese, verschwindet. Oder ich lande gleich auf der Startseite.

Zumindest meiner Meinung nach ist das keine gute Benutzerpoberfläche — die war zum Übrigen früher tatsächlich besser. Nun denn, trotzdem lesenswert ist der Artikel der Artikel zum Thema gendergerechte Sprache. Das Gendernsternchen sei ja laut dem Verein Deutsche Sprache „im Prinzip auch nix anderes als fünf Deppenapostrophe in kreisförmiger Anordnung“.

Falsche Benutzeroberfläche
Falsche Benutzeroberfläche

Andere Benutzeroberfläche

Mit dem Artikel von Johan Schloemann ist eigentlich bereits alles gesagt, was auch ich zum Thema denke. Meiner Meinung nach ist es ein Irrglaube, durch Gendersternchen würde etwa die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern endlich Wirklichkeit. Aber gut, das ist ein heißes Thema und ich als Sitzpinkler möchte man dieser Stelle ausnahmsweise heraushalten.

Mir geht es in erster Linie heute um die Benutzeroberfläche. Und darum, was man damit alles verhunzen kann. Zur Zeit habe ich in Bezug auf Konsolenspiele eine Revival-Phase. Den ersten Teil vom grandiosen Mass Effect habe ich gestern zu Ende gespielt und mit Teil zwei angefangen. Und was fällt mir sofort auf? Die Benutzerpoberfläche ist anders. Klar wird bei einem zweiten Teil die Grafik und noch ein paar andere Dinge überarbeitet. Aber bei einem ansonsten sehr identischen Spielmenü Auswahlpunkte von der linken auf die rechte Seite zu tauschen — warum macht man das? Ich klicke jetzt jedes mal auf „Laden“, wenn ich eigentlich „Speichern“ möchte.

Natürlich ist jede Benutzerpoberfläche auch immer eine Frage der Gewohnheit. Aber auch eine Frage, ob man sich dran gewöhnen möchte. An dieser Stelle könnte man dann wieder einen Verweis zur gendergerechte Sprache anbringen, aber ich lasse das lieber.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren