NaNoWriMo für Verweigerer

NaNoWriMo für Verweigerer

Wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat ein Buch zu schreiben, kommt nicht um den NaNoWriMo herum. Heute Nacht geht es wieder los.

Wichtige Entdeckung für Schreibende

Für mich wird der 31. Oktober dauerhaft mit einem Ereignis verbunden sein. Weder mit dem Reformationstag, obwohl ich Gott sei Dank evangelisch bin, noch mit Halloween — diesem amerikanischen Konsumgrusel. Allerdings sollte man nicht pauschal alles verdammen, was seinen Ursprung in den USA hat. Wobei die Wurzeln von Halloween wiederum in Irland liegen, aber das wäre jetzt eine ganz andere Geschichte.
Für mich ist die Nacht von Oktober auf November mit dem National Writing Month (NaNoWriMo) verbunden. Eigentlich müsste man mit Blick auf die vielen Teilnehmer weltweit national durch international ersetzen, aber gut. Als ich vor einigen Jahren, frisch nach Köln gezogen, zum ersten Mal auf diese Veranstaltung stieß, fing ich sofort Feuer. Es war für mich die Entdeckung und eine Möglichkeit, meinen Willen zum Buch auf die Probe zu stellen. Hier im Blog gibt es eine eine Menge dazu . Höhen und Tiefen, die ich in den Jahren erlebte, wo ich am NaNoWriMo teilnahm. Die 50.000 Wörter in einem Monat sind auch schiffbar, wenn man mit beiden Beinen im Berufsleben steht. Ja, es ist hart, aber es geht.

NaNoWriMo erklimmen
NaNoWriMo erklimmen

Nicht schreiben im NaNoWriMo

Man muss sich immer vor Augen halten, dass man nur einen Monat durchhalten muss. Mehr nicht. Wenn man das in der Zeit nicht schafft, wann dann? Der NaNoWriMo ist auch für einen selber die Gelegenheit, dem Verschieben auf den Sankt Nimmerleinstag entgegen zu wirken. Bei mir liegen bedingt durch die Teilnahme mehre Manuskripte in der Schublade — die natürlich eine digitale Ablage ist, ein Ordner auf der Festplatte. In diesem Jahr werde ich erneut nicht teilnehmen. Das liegt nicht an der Zeit. Möglicherweise auch nicht am Willen, sondern ein großes Stück ein der Desillusionierung. Nach wie vor glaube ich, dass ich schreiben kann. Allerdings habe ich den Schock bisher nach wie vor nicht überwunden, als ich eines meiner Manuskripte „professionell“ habe gegenlesen. Nicht jeder, der selber schreibt, ist didaktisch dafür qualifiziert, dieses anderen zu vermitteln. Besonders katastrophal wird es, wie in meinem Fall, wenn derjenige zwar im gleichen Genre schreibt, aber einen komplett anderen Stil hat. Im Krimi lagen mir mehr die humorigen Figuren, oft auch ein bisschen weg von der Realität. Das kollidiert mit Personen, die alles Originalgetreu abbilden wollen.
Wie dem auch sei, bei mir haben sich zudem auch ein Stück die Prioritäten hinsichtlich des Schreibens verschoben.

Ruhm für die Nachwelt

Ganz ernsthaft habe ich mich fragen müssen, was ich tatsächlich mit dem Schreiben von Büchern beabsichtige. Ist man ehrlich zu sich selber, weiss man um die Wahrscheinlichkeit, davon leben zu können. Im Grunde macht es viel Arbeit für wenig Geld. Ich bezweifle auch, dass sich in einigen Jahren irgendjemand an einen der vielen jetzt aktuellen Autoren von Lokalkrimis erinnern wird. Dafür ist der Markt zu schnelllebig. Auf der anderen Seite stehen Bücher wie „Unter Leuten“ von Juli Zeh. Es war für mich ein schwieriger Spagat, anspruchsvolle Literatur zu lesen und gleichzeitig selber „Belletristik“ zu schreiben.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Blog. Dieses Projekt hier ist mir wichtig, es liegt mir am Herzen. Das tägliche schreiben brauche ich wie der Fisch das Wasser. Vor die Wahl gestellt, Blog oder Bücher, fiel mir die Entscheidung vorerst sehr leicht. Also heute Nacht mal wieder kein NaNoWriMo mit mir.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren