Austritt für Kleinkinder

Austritt für Kleinkinder

Volljährige Menschen wie Kleinkinder behandelt, ist ein immer wieder abstoßende Eigenart. Eine solche Verhaltensweise ist nicht nur in der Pflege anzutreffen.

Warten auf den Austritt

Eine meiner Schwäche ist die, Worten auch Taten folgen zu lassen — selbst dann, wenn man die Konsequenzen für einen selber negativ sein werden. Als ich mich in den letzten Monaten zum Zustand der SPD und der möglichen Großen Koalition äußerte, war einer Austritt meinerseits entsprechend nicht nur so dahin gesagt. Nach dem das Ergebnis des Mitgliedervotums feststand, erklärte ich schriftlichen meinen [Austritt]https://www.wildbits.de/2018/03/04/lebewohl-spd/. Diesmal etwas unspektakulärer mit einem Brief, beim letzten Mal hatte ich noch das Parteibuch abgegeben. Ob so was heute noch üblich ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Sei es drum, auch damals verhielten mein Freund und ich uns nicht wie Kleinkinder, als wir unsere Parteibücher in den Briefkasten des SPD-Stadtverbandes einwarfen. Es war eine bewusste Entscheidung vor einem uns sehr ernsten Hintergrund. Die Wende in der Asylpolitik wollten wir nicht mittragen. Später betreute ich dann, so schnell das Handtuch geworfen zu haben. Noch später, mit noch mehr Abstand, hielt ich es für die einzig richtige Entscheidung damals.

Kleinkinder in der SPD
Austritt bestätigt

Kleinkinder überreden

Seit meinem erklärten Austritt am 4. März habe ich auf die Bestätigung gewartet. Die kam per Post, als ich auf Borkum war. Darin wir zunächst großes Bedauern zum Ausdruck gebracht. Sehr glaubwürdig, wenn man von Anfang des Briefes zum Ende wechselt. Keine Unterschrift, sondern nur freundliche Grüße vom ServiceCenter Team. Ein automatisierter Standardbrief. So groß kann das Bedauern also schon mal nicht gewesen sein. Ehrlich gesagt habe ich so was auch nicht erwartet.
Die Feststellung

Der Gedanke, die SPD zu verlassen, ist dir wahrscheinlich nicht leicht gefallen.

trifft bei mir trotzdem zu 100 Prozent zu. Aber ich muss nicht noch mal über die Ideale und Möglichkeiten zu Umsetzung nachdenken. Das habe ich bereits getan und aus diesem Grund bin ich ja auch ausgetreten.
Es folgt dann noch einiges an Blabla gipfelt dann aber in etwas, was ich als Ansprache für Kleinkinder empfinde. Man würde sich freuen, wenn ich es mir noch mal überlegen würde mit dem Austritt.

Kundenbindung der SPD

Nein, das brauche ich mir nicht noch mal zu überlegen. Ich brauche auch kein Gesprächsangebot des hiesigen OV-Vorsitzenden — wobei im Brief nur seine Kontaktdaten genannt wurden, mehr nicht. Ob er wirklich für ein Gespräch gerne zu Verfügung steht, weiß ich nicht. Ein solches Gespräch bringt auch nichts, da mir schon vorher nicht zugehört wurde. Was ich von der SPD halte, habe ich unter anderem hier im Blog deutlich zum Ausdruck gebracht. An meiner Position wird sich nicht ändern.
Es gibt auch keine Angebote zur Kundenbindung, mit dem die SPD mich jetzt noch locken könnte. Etwa ein verbilligtes neues Smartphone, die ersten drei Monate des Abos günstiger oder ähnliches. Ausgetreten bin ich im Übrigen nicht, weil ich nicht mehr an die Ideale der Sozialdemokratie glaube, sondern weil die SPD diese nach meiner Überzeugung verraten hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren