Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Einhörner wohnen nicht am Ende des Regenbogens. Trotzdem kann man Kinder mit Vorstellungswelt ernst nehmen.

Verlierer allein zu Hause

Nach wie vor spiele sehr gerne Brettspiele, denn ich verfüge zum Glück über eine hohe Frustrationstoleranz in vielen (nicht in allen) Bereichen. Ich spiele, um zu spielen. Natürlich möchte ich auch gewinnen, aber mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich verliere. Für mich ist spielen Unterhaltung, die ganz gut zum Umstand passt, dass ich häufig aus dem Bauch heraus spiele — wie man so schön sagt. Ich brüte nicht eine Strategie aus, sondern lege den Fokus auf einen flüssigen Spielablauf.

Trotzdem (das musste ja so kommen) gibt es Momente, wo ich doch schon leicht angefressen bin, wenn ich zum wiederholten Mal verliere. Wie am Wochenende bei einem meiner Lieblingsspiele Viticulture.

Im Wein liegt nicht die Wahrheit, sondern der besoffene Opa.
(Unbekanntes Sprichwort)

Von fünf Partien habe ich fünf verloren. Nicht knapp, sondern richtig krachend. Leicht verzweifelt schaute ich dann nach der neuen kooperativen Erweiterung. Mit gut 40 Euro finde ich die für eine Erweiterung allerdings viel zu teuer. Dann verliere ich lieber weiter oder strenge mich mehr an. Im Übrigen führt meine Frau in der Gesamtstatistik zwar nur knapp, aber es kommt auch auf die Siegesserie an.

Nun aber die Einhörner, denn die machen gute Laune

Bio-Glitzer für Einhörner

Oft genug habe ich mich an dieser Stelle über den Mangel an Artikeln in der Süddeutschen Zeitung ausgeweint, die gute Laune machen. Wobei die Zeitung (ähnlich wie die Badehose beim Schwimmen) nichts für die Nachrichtenlage kann. Heute Morgen auf jeden Fall gab es auf der Panorama-Seite etwas zum Thema Einhörner unter der Überschrift „Artgerecht mit Bio-Glitzer“.

Ein kleines Mädchen hat sich in Los Angeles beim zuständigem Bezirksamt nach einer Genehmigung zur Haltung eines Einhorns, wenn sie denn eins finden würde. Man kann auf so einen Brief auf sehr unterschiedliche Art und Weise reagieren. Die Direktorin des Bezirksamts für Tierpflege und -kontrolle wählte die wohl beste Variante.

Sie schrieb dem Mädchen zurück und erteilte ihm eine offizielle Lizenz, um Einhörner zu halten. Allerdings mit der Auflage zur artgerechten Haltung wie dem Zugang zu Sonnen- und Mondlicht, der passende Fütterung und der Verwendung von ausschließlich Bio-Glitzer.

Lassen wir die Einhörner beiseite und schauen, was hier passiert. Marcia Mayeda, die Direktion, hat das Mädchen in ihrer Vorstellungswelt ernst genommen. Mit etwas Glück wird sich das Mädchen daran auch noch als Erwachsene erinnern und möglicherweise ihr Verhalten beeinflussen. Das macht, ganz ohne Einhörner, die Welt ein Stück besser.

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