Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Als Pessimist kann man durchaus optimistisch sein. Als Spezies sollten wir einen realistischen Blick in die Zukunft wagen.

Pessimistische Grundeinstellung

Vermutlich werden 99 Prozent aller Menschen als Optimisten geboren. Einige von uns bleiben bis zu ihrem Lebensende optimistisch. Die anderen entwickeln früher oder später eine pessimistische Grundeinstellung. Das hängt vor allem von unseren Erfahrungen und Enttäuschungen im Lauf unseres Lebens ab. Ob es optimistisch sei, das Glas als halbvoll zu betrachten, kann man mal so stehen lassen. Realistisch ist auf jeden Fall die Einsicht, in den meisten Fällen für den Inhalt des Glases zahlen zu müssen.

Ich habe nichts erwartet und wurde nicht enttäuscht.

Optimisten eine leichte Naivität anzudichten, ist ebenso falsch wie bei Pessimisten davon auszugehen, sie würden sich durch ihre Haltung sämtlicher Lebensfreude berauben.

Meine persönlichen Erfahrungen gerade auch im Umfeld Freunde und Schule, angefangen mit der Grundschule, haben mich einiges gelehrt. Man sollte nicht von allen Menschen automatisch das Schlechteste annehmen. Es wäre aber äußerst dumm, alle Menschen für beste Freund mit stets guten Absichten zu halten. Selbst Menschen, die man für beste Freunde hält, können einen auf übelste Weise hintergehen.

Über die Jahre hat sich bei mir eine Haltung entwickelt, stets das Beste zu hoffen, aber gleichzeitig mit dem Schlimmsten zu rechnen. So gesehen bin ich optimistisch als Pessimist.

Menschheit Optimistisch?

Wie aber sieht es betrachtet im größeren Kontext aus? Für eine Spezies, die ziemlich oft nicht über den eigenen Horizont hinausblickt, sind wir erstaunlich weit gekommen. Wir haben Katastrophen und Kriege überlebt und erstaunliches vollbracht. Leider schaffen wir es aber auch, unser Zuhause, den Planeten Erde zu ruinieren. Die Klimakatastrophe ist nichts, was in ferner Zukunft liegt.

Sie ist aber bei weitem nicht unser einziges Problem. Wenn unsere Spezies eins besonders schlecht kann, dann ist es nachhaltiges Leben. Das meiste, was wir aufbauen, verschlingt unseren Planeten. Wir haben keinen Plan B, keine zweite Erde, die wir hervorzaubern können. Nach wie vor wächst die Weltbevölkerung, was den Verbrauch der Ressourcen beschleunigt.

Denkt man in sehr großen Zeitabschnitten, ist das Überleben unserer Spezies selbst extrem optimistisch betrachtet gefährdet. Die Erde wird nicht ewig halten, auf die eine oder andere Weise. In ca. fünf Milliarden Jahren stirbt unsere Sonne und damit unweigerlich auch die Erde. Für ein einzelnes Leben, für sehr viele Generationen, ist das ein unvorstellbar großer Zeitraum. Optimistisch betrachtet, müssen wir das Ende der Sonne als Spezies nicht fürchten. Wir werden schon vorher ausgelöscht worden sein.

Wären wir klüger, hätten wir einen Plan in der Tasche, wie wir auch in ferner Zukunft noch existieren.

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