Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Spahn wartet einen Moment, bis er sich sicher fühlte, dann schaltete er den Bildschirm wieder ein. Auf dem Foto, welches sich Spahn ansah, stand Ina in der ersten Reihe und lächelte selbstbewusst in die Kamera. Spahn strich mit seinem Zeigefinger über das Display. Die auf dem Bild hinter Ina stehen Birte trug gerade mit Ina einen weiteren Tisch aus der Aula raus.

Einer der Mädchen kam auf die Idee, durch die Aula zu fegen. Sie gab auf, nach dem sie erkannte, dass der Dreck an den Bier- und Cola-Lachen hängen blieb.

„Ina, müssen wir eigentlich auch durchwischen?“
Dina stand Kaugummi kauend vor ihr.

„Frag doch Spahn.“ Auf eine weitere Begegnung mit Spahn wollte Ina heute verzichten.

„Wenn du meinst.“ Weiter kauend verzog sich Dina, um den Hausmeister zu suchen. Die Tür von seinem Büro stand auf. An seinem Platz war er jedoch nicht. Angeschlossen am Computer lag eine kleine Digitalkamera auf dem Schreibtisch. Neugierig griff Dina danach, als sie die Klospühlung Rauschen hörte. Sie hatte ganz vergessen, dass zum Büro des Hausmeister noch eine eigen Toilette gehörte. Spahn kam heraus und zog sich gerade die Hose hoch.

„Was machst du hier?“

„Kein eigenes Klo zu Hause?, konterte Dina.

„Lass die Finger von der Kamera.“

„Ist wohl was wichtiges drauf.“ Dina umschloss die Kamera fest und sah Spahn provozierend an. „Traute, sich die wieder zu holen?“

„Miststück!“ Spahn sah sich um. Dina würde mit Sicherheit zu Schreien anfangen, wenn er sie auch nur berührte. Darauf wollte er es auf keinen Fall ankommen lassen. Er sah rüber zur Tür seines Büros.

„Vergiss es!“ Dina war schneller. Das Kabel, mit dem die Kamera aden Rechner angeschlossen war, riss ab, als Dina mit einem Satz bei der Tür war. Regungslos verharret Spahn am Türrahmen der Klotür.das Mädchen hätten ihre Verhandlungsposition deutlich verbessert. Spahn wusste allerdings nicht, was sie von ihm wollte. Er fragte sich, ob sie ahnte, was für Bilder sich auf der Kamera befanden.

„Gib sie her!“

„Wenn sie artig drum bitte. Und…“

„Und was?“

„Der Boden der Aula muss gereinigt werden.“

„Willst du mich erpressen.“

„Kommt drauf an, ob es sich lohnt.“ Dina fing an, ein paar die Knöpfe an der Kamera zu drücken. Spahn machte eine schnelle Bewegung und riss ihr das Gerät aus der Hand.

„Hey, man kann sich aber auch anstellen. Haben sie sich mal nicht so, ich hätte schon nichts kaputt gemacht.“ Ihr entging der erleichterte Gesichtsausdruck von Spahn.

„Und was hast du jetzt im Tausch für die Reinigung anzubieten?“

Dina spielte mit dem Träger ihres Tops.

„Auf keine Fall etwas, das sie haben wollen.“ Sie sah Spahn mit einem Blick an, bei dem er sich die Frage stellte, ob sie nicht doch etwas gesehen hatte.

„Verschwinde.“

„Heißt dann wohl ja. Danke für das Putzen!“

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