Von allen guten und bösen Geistern verlassen

„Habt ihr schon ohne mich angefangen?“

„Du wirst es nicht glauben, wir haben extra auf dich gewartet. Madam ist wohl zu fein zu aufräumen.

„Pah!“ Dina zog einen Träger ihres Tops runter und zeigte Ina die nackte Schulter.

„Ihr könnt doch gar nicht ohne dich.“

Ina schluckte ihren Kommentar runter. Es brachte nicht, mit Dina zu streiten. Meistens gewann sie die Oberhand und man selber hatte hinterher nur noch schlechtere Laune.

„Bringen wir es hinter uns.“

Einige der Mädchen hatten bereits damit begonnen, die Tische abzuräumen, als Spahn endlich mit einer Rolle Müllbeutel zurück kam. Er drückte sie Dina in die Hand.

„Na dann mal los.“ Spahn verschränkte die Arme und blieb in der Aula stehen.

„Wollen sie hier Wurzeln schlagen und rumgaffen?“

Eins musste auch Ina eingestehen. Dina war immer gerade heraus. Spahn bekam einen roten Kopf und verzog sich.
Es gab ein schmatzendes Geräusch, als Ina ihre Espandrillos aus der klebrigen Cola-Püftze unter ihren Füßen löste.
Tische schleifen über den Boden, als sie aus der Mitte der Aula zu Abstellkammer getragen wurde. Diese Geräusche durchbrachen die ansonsten nahezu schweigend verrichtete Aufräumarbeit. Die meisten waren entweder zu müde oder zu erschlagen von der Hitze im Raum. Ina fragte sich, wann Spahn die Klimaanlage eingeschaltet würde.

„Wo sollen die Bleche hin?“ Ein Mitschülerin von Ina hielt ihr eins direkt vor die Nase. Ina sah sich um

„Pass auf, wir sammeln sie auf dem Tisch draußen vor der Tür, die Frau vom Catering-Service hat gesagt, sie würde sie um 12 abholen.“

Sie mussten nur darauf achten, dass nicht auch noch Geschirr und Besteck aus der Cafetaria mit abgeholt wurde.
Noch immer lief die Klimaanlage nicht. Ina wurde es zu bunt. Sie machte sich auf die Suche nach Spahn. Ohne anzuklopfen riss sie die Tür von seinem Büro auf, in dem sie ihn vermutet. Hastig schaltet er den Bildschirm des Rechners aus.

„Was ist mit der Klimaanlage?“

„Was soll damit sein? Hat die etwa jemand geklaut?“

„Bestimmt, sonst würde sie schon laufen. Es ist verdammt heiß in der Aula.“

Stahl blieb mit seinen Augen an ihren Brüsten hängen. Ina stemmt die rechte Hand in die Hüfte.

„Und? Ich warte!“

„Eigentlich hab ich schon Urlaub.“ Spahn ging zum Schaltkasten und drückte ein paar Knöpfe. „Sollte jetzt laufen.“

„Wenn nicht, komme ich wieder.“ Ina ließ Spahn zurück mit dem, was er versucht hatte zu verbergen.

Bei Ina weckte es keinen Verdacht, dass sich der Hausmeister zuletzt ein Gruppenfoto von der Abschlussfahrt der Schwesterschülerinnen angeschaut hatte. Noch war sie viel zu erledigt, um etwas einordnen zu können. Die Dusche heute Morgen hätte sie sich sparen können. Sie fühlte sich genauso verschwitzt und verklebt wie nach dem aufstehen.

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