Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Italiener spielen im Vergleich zu ihrem Wahlverhalten deutlicher besser Fußball. Die Postfaschisten errangen am Wochenende den Pokal.

Vormarsch der Postfaschisten

Sagen wir mal so. So übel die Wahl in Italien ausgegangen ist, können wir doch (noch) über eines zufrieden sein. Die AfD gratulierte den Postfaschisten unter der Führung von Giorgia Meloni und nicht umgekehrt. Würde die AfD in Deutschland bei der Bundestagswahl ein Ergebnis von 46 Prozent einfahren, so wie das rechtspopulistische Bündnis mit den Postfaschisten in Italien, wäre es höchste Zeit auszuwandern. Wobei das ja zunehmend schwieriger wird. Zum einen werden Grenzen dicht gemacht, zum anderen möchte man nicht in ein Land wie Schweden auswandern, wo auch die Postfaschisten siegten.

Es ist wirklich nicht einfach diese Tage, besonders nicht, wenn an versucht, die Italiener beziehungsweise 46 Prozent der Wahlberechtigten unter ihnen zu verstehen.

Mit einer sehr dicken rosaroten Brille könnte man dem Wahlergebnis Positives abgewinnen. Zum ersten Mal in der Geschichte Italiens wird eine Frau Regierungschefin. Zudem ist Giorgia Meloni ein Mensch, der in im Sozialbauviertel Garbatella aufgewachsen ist — möglicherweise erinnert sie sich an die Nöte der Menschen daher besser.

Drittens ist sich Meloni in ihrem bisherigen Leben zumindest in politischer Hinsicht treu geblieben. Laut Süddeutscher Zeitung trat sie bereits im Alter von 15 Jahren der Jugendorganisation der Neofaschisten bei. Die Movimento Sociale Italiano ging zwar in der angeblich gemäßigteren Alleanza Nazionale auf, Meloni blieb der Partei jedoch treu.

Grober Keil auf den Klotz

Man sagt, auf jeden groben Klotz würde ein grober Keil gehören. Persönlich halte ich die Italiener (blöde Verallgemeinerung) nicht für einen groben Klotz. Auch nicht Italien. Das Land hat einen groben Klotz wie Meloni nicht verdient. Aber weiß ich schon. Russland gehörte im Übrigen auch zu den Gratulanten der Postfaschisten. Man begrüße Kräfte, die „konstruktiver gegenüber Moskau“ seien.

Das ist wohl eines der vielen Probleme Russlands. Man verwechselt Rechts mit Links. Laut Putin regieren in der Ukraine Nazis, dann müssten in Italien jetzt lupenreine Demokraten wie er an die Macht gekommen sein.

Hoffen wir mal, dass es für Europa nicht so schlimm wird, wie es aussieht. Mit dem Scheinreferendum in der Ukraine könnte uns noch böses bevorstehen, wenn Russland allen Ernstes das Ergebnis für eine bereits am Freitag beginnen Annexion der Gebiete zum Anlass nimmt.

Zudem wäre es nett, wenn Meloni und Konsorten sich kein Beispiel an Putin nehmen und historische Gebietsansprüche anmelden. Geht man zurück auf das römische Imperium, stände da einiges ins Haus.

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