Von allen guten und bösen Geistern verlassen

In Frankreich werden die Franzosen bald bis zum 65. Lebensjahr arbeiten. Kein Aprilscherz und für Deutsche eher eine Wunschvorstellung.

Zirkus in deiner Stadt

Was wie ein schlechter Aprilscherz klingt, wird in diesem Monat bittere Wirklichkeit. Die Maskenpflicht fällt in nahezu allen Bereichen. Man fühlt sich an diese schlechten Plakate erinnert „Der Zirkus kommt in deine Stadt“ — oder an Werbung für Stockpuppentheater nach der „Originalvorlage“ von Pipi Langstrumpf.

Meine Frau und ich werde heute mit Maske einkaufen — genau wie die nächste Woche und alle weiteren Wochen, bis die Inzidenz im unteren zweistelligem Bereich ist. Sich darüber zu informieren, wird hier in Emden künftig etwas erschwert, denn die Stadt Emden verzichtet darauf, auf ihre Homepage künftig Zahlen zu nennen. Man verweist lediglich auf die Seite vom RKI, selbstverständlich ohne voreingestellten Filter. So kann man das auch machen, einfach das Problem ignorieren.

Ebenfalls wie ein schlechter Aprilscherz klingt die Meldung, dass sich die Impfpflicht ab 18 wohl erledigt hat. Nachdem es wohl im Bundestags keine Mehrheit für eine Einführung gibt, will auch die Ampel-Koalition die Impfpflicht für alle Erwachsenen fallen lassen. Dafür plant man jetzt, eine Impfpflicht ab 50 einzuführen.

Ganz ehrlich: Nach dem man jetzt alle Einschränkungen aufgehoben hat, braucht man auch keine Impfpflicht mehr. Die würde zu spät kommen und in der Version ab 50 zu kurz greifen. Lasst die ganzen Impfverweigerer und Unvorsichtigen doch einfach sterben, dann lösen sich auch die Probleme mit der Gasversorgung von ganz alleine. Eine geschrumpfte Bevölkerung verbraucht halt weniger Ressourcen.

Tod dem Aprilscherz!

Was das Thema Aprilscherz an sich angeht, kann man sich eigentlich nur der Meinung von Harald Hordych in der Süddeutschen Zeitung anschließen. Ein Nachruf auf den Aprilscherz. Angesichts von Pandemie, Krieg und Fakenews wirkt er wie aus der Zeit gefallen.

Gerade auch in den sozialen Medien vermischen sich das ganze Jahr über Wahrheit und Fiktion (aka Fakenews) miteinander. Einen extra Tag wie den 1. April benötigt man nicht mehr. Vor allem stehen überwiegend harmlose Aprilscherze in krasser Konkurrenz zu Meldungen, die wie Gift bei den Menschen wirken.

Viele von uns mögen sich vielleicht wünschen, der russische Präsident Putin würde heute in einer Fernsehansprache „April, April“ rufen und der ganze Krieg gegen die Ukraine sich in Wohlgefallen auflösen. Das wird jedoch nicht passieren. Und so bleiben viele Scherze heute lahm und müde oder aber einem bleibt das Lachen im Hals stecken.

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