Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die Einsparung von Ressourcen sollte niemals zulasten der Kundenfreundlichkeit gehen. Andernfalls spart man am falschen Ende.

Einfach mal übertreiben

Bitte drucken Sie diesen Text nicht aus und schützen durch die Einsparung von Papier unsere Umwelt. Safe a Tree! Manchmal kann man es mit der Einsparung von Ressourcen auch übertreiben. Ein aktuelles Beispiel ist die Zahlungsmitteilung für meine Rundfunkbeiträge. Im zweiten Absatz heißt es darin:

Wir treten heute persönlich mit Ihnen in Kontakt, um Sie über eine wichtige Neuerung zu informieren:

Unterbrechen wir das Zitat für eine kleine Anmerkung. Ein anonymes Anschreiben ohne Namen des Sachbearbeiters und ohne Unterschrift mag zwar vieles sein, ist aber meine Meinung nach weit entfernt von einer persönlichen Kontaktaufnahme. Wenn „persönlich“ bereits dann zutrifft, wenn ein maschinell erstelltes Schreiben meine Adresse und meine Beitragsnummer enthält, sehe ich schwarz für Kundenfreundlichkeit. Moment, so ist das nicht gemeint. Schwarz sehen in Zusammenhang mit Rundfunkgebühren egal in welcher Verwendung sollte man besser vermeiden.

Zurück zum Anschreiben. Weiter heißt es:

Künftig werden Sie von uns zu den entsprechenden Fälligkeitsterminen keine Zahlungsaufforderung mehr erhalten. Auf diese Weise möchten wir Ressourcen einsparen und den Verwaltungsaufwand reduzieren.

Als „Kunde“ wird einem dann die Wahl zwischen zwei Optionen gelassen. Die eigenständige Überweisung zu den aufgeführten Terminen, die dann auch so für die nächsten Jahre gelten. Oder man erteilt eine Einzugsermächtigung.

Plündermulde spart Ressourcen

Mit anderen Worten, hier wird einem die Pistole auf die Brust gesetzt, damit man ja eine Einzugsermächtigung erteilt. Das Ganze läuft dann unter dem Vorwand, Ressourcen einzusparen. Ich für meinen Teil reagiere bei Einzugsermächtigungen immer allergisch. Das ist wie beim Brettspiel Bao eine Plündermulde. Aus dem Konto wird ein Selbstbedienungsladen.

Freilich hätte es auch noch andere Optionen gegeben, wenn es lediglich um die Einsparung von Ressourcen und Verwaltungsaufwand gegangen wäre. Zum Beispiel der Möglichkeit, online seine E-Mail-Adresse zu hinterlegen, um dann automatisiert eine Zahlungsaufforderung zu erhalten. Aber nein, man möchte an die Kontodaten heran. Ob man alternativ einen Dauerauftrag einrichten kann, der alle drei Monate triggert — da bin ich überfragt. Um Geldangelegenheiten kümmert sich bei uns zu Hause meine Frau. Für das Ausgeben von Geld für Brettspiele bin dann wieder ich zuständig.

Zurück aber zum Beitragsservice, damit man mich hier nicht missversteht. Meine Kritik richtet sich an die Form des Anschreibens und die Absicht, die mit einem Scheinargument schlecht verschleiert wird. Über den Rundfunkbeitrag an sich brauchen wir an dieser Stelle nicht zu diskutieren. Den halte ich nämlich für richtig und wichtig.

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