Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Zum ersten Mal seit einigen Monaten fühlte sich Tim wieder richtig frei. Von eine blau gestrichenen Brücke aus schaute er in den Hafen. Hinter ihm donnere ein Zug vorbei. Er knetet sich erneut die Hände, aber der Fischgeruch blieb. Er faltet die Hände zusammen und hielt sich vors Gesicht. Tief einatmen. Im fiel der Umschlag ein, den er bei sich trug. Die Zittern setzte wieder ein, als er das Testament herauszog. Seine Augen weiteten sich. Kraftlos ließ Tim das leere Blatt Papier zu Boden fallen.

Nichts weiter befand sich im Umschlag. Kurz bevor die Beine nachgaben, konnte Tim sich am Brückengeländer abstützen. Ein Fahrradfahrer klingelte, so dass sich Tim noch näher ans Geländer drückte, um Platz zu machen.

„Moin!“ hörte er noch, bevor er sich nach rechts wendet und die Brücke verließ. Mit langsamen Schritten und völlig verzweifelt. Er brauchte das Testament und viel mehr noch das verdammte Geld, was ihm zustand. Eine hohe Summe, die jemand anderem schuldete. Einer Person, die Ausreden nicht gelten ließ. In weniger als einer Woche lief die letzte im eingeräumte Frist ab. Ohne die Kohle — Tim wollte sich das dann folgende nicht vorstellen.

Selbst wenn man Glücksspiele mehr hasste als sich selber, konnten sie einen süchtig machen. Für Tim eine viel zu späte Erkenntnis.

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