Von allen guten und bösen Geistern verlassen

In Köln wird heute der Kneipenkarneval unter Corona-Bedingungen gefeiert. Gute Voraussetzungen für mehr Teilnehmer am Singles Day 2022.

Karneval um jeden Preis

Das heimliche Motto der fünften Jahreszeit in Köln lautete schon immer „Karneval“ um jeden Preis. Da die vergangene Saison coronabedingt schon ins Wasser fiel, wollte man in diesem Jahr nicht erneut mit einem Verzicht starten. Der 11. im 11. wird daher in diesem Jahr in Köln unter Auflagen begangen.

Für Innenveranstaltungen und bekannte Außenbereiche ist 2G angesagt. Einige der Kölner Wirte kündigten daraufhin an, ihren Laden gleich ganz zuzulassen. Der Rest öffnet und die Kölnerinnen und Kölner sowie zahlreiche Besucher von außerhalb wird feiern. Mit Abstand? Natürlich nicht, denn Abstand und Anstand vertragen sich nicht mit dem rheinischen Karneval.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker appelliert an die Feiernden, sich an geltende Regeln zu halten. Karneval und Regeln, da scheint es beim Stadtoberhaupt ein Missverständnis zu geben. Wer die enthemmten Karnevalisten abseits der streng kontrollierten Bereich einmal erlebt hat, weiß, wie lächerlich solche Appelle sind. Betrunkene Feierende bekommen es zum Teil ja nicht mal hin, eine Toilette für ihre Notdurft aufzusuchen.

Immerhin, schon vor Aschermittwoch dürfte deutlich werden, welche Folgen der Verzicht auf eine vollständige Absage gehabt hat. Damit sind wir dann beim Singles Day.

Vierte Welle für den Singles Day

Als ich zum ersten Mal vom Singles Day, hielt ich das ganze für einen Scherz — oder eine neue Marketing-Masche, weil Valentinstag, Black Friday und Halloween längst nicht ausreichen. Tatsächlich aber scheint es den Singles Day (Guanggun Jie) zu geben. Die Welle schwappt diesmal nicht aus den USA, sondern aus China zu uns rüber. Selbst Onlineshops für Reis haben Angebote am heutigen Tag.

Im Übrigen, aus China kam noch was anders, aber zu Corona habe ich ja bereits oben etwas geschrieben. Wobei es ja unterschiedliche Formen des Alleinseins gibt. Die tragische davon ist die, wenn der Partner verstarb. Etwa, weil er sich am 11.11. mit Corona infiziert hat. Aber das wollen wir hier nicht weiter vertiefen.

Warum es am Singles Day ausgerechnet Angebote gibt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Zum einen, weil die Angebote selbstverständlich auch für alle anderen gelten, denn der Beziehungsstatus wird beim Onlineeinkauf nicht abgefragt.

Abgesehen davon habe ich in der Vergangenheit gelernt, dass Single-Portion eigentlich das Gegenteil von günstig sind. Man bekommt weniger, zahlt aber aufs Kilogramm oder den Liter gerechnet weniger. Und selbst ein Tiny House für eine alleinstehende Person hat einen fetten Quadratmeterpreis.

Ach ja, manche sind auch freiwillige Single und sehr glücklich, während andere hoffen, während einer Karnevalsfeier jemanden kennen zu lernen.

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