Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Politik im Drogenrausch muss nicht erst durch Gesetze legalisiert werden. Sogenanntes Brauchtum ist öffentlich akzeptiert und straffrei.

Besoffene G’schicht

Politiker in Österreich, die im Drogenrausch und intimer Atmosphäre dubiose Deals besprechen, kennt man zur Genüge. Meistens erledigt sich dann ihre Karriere nach Bekanntwerden der Details (Ibiza-Affäre). Oder sie beenden ihr Leben durch einen Autounfall (Haider). Immer wieder war Alkohol im Spiel. Ganz nüchtern betrachtet gibt es aber auch Affären in der Alpenrepublik, die ohne Drogeneinfluss zustande kamen. Dafür lösen sie aber das Bedürfnis aus, sich ins Vergessen zu saufen.

In seiner politischen Karriere ist Sebastian Kurz jetzt zum zweiten Mal nach zurückgetreten. Auch dieses Mal werden die österreichischen Wählerinnen und Wähler möglicherweise ein Kurzzeitgedächtnis haben und ihn bei nächster Gelegenheit wieder wählen. Korruption ist ein viel zu hartes Wort. Man lässt sich einfach nur von anderen auf Staatskosten in seiner Karriere helfen.

Möglicherweise wollte der bisherige österreichische Kanzler eine kurze Auszeit, um seine Rolle als frisch gebackener Familienvater üben zu können. Wie dem auch sei, wenn es um Probleme mit Politikern geht, müssen wir nicht auf Seriennachschub aus Österreich warten. Mit der sogenannten „Union“ haben wir derzeit einen absoluten Hit am Start.

Legaler Drogenrausch?

Machen wir uns nichts vor, auch Alkohol ist eine Droge. Bei Fragen zur Legalisierung anderer Substanzen (dazu später mehr) sollte man das im Kopf haben — also die Fakten, nicht den Stoff. Wenn man sich Bilder vom Starkbieranstich in Bayern in Erinnerung ruft, kann man schon auf komische Gedanken kommen. Söder zur Eröffnung der diesjährigen Cannabis-Ernte mit einem fetten Joint ist eher undenkbar.

Wenn es stimmt, dass kiffen gleichgültig macht, müsste man das derzeit der Union geradezu verschreiben. Gerade dem gescheiterten Kanzlerkandidaten Armin Laschet täte es gut, wenn er durch gezielten Drogenrausch etwas lockerer würde. Neusten Information zu Folge will man in der CDU die gesamte Parteispitze neu wählen lassen. Bis dahin bleibt aber Laschet im Amt, um den Übergang zu moderieren, wie es heißt.

Man lässt also den Kapitän, der so elegant den Eisberg rammte, noch weiter am Steuer. Vielelicht liege ich ja falsch, und diese Art der Wirklichkeitsverweigerung ist Folge einen zu intensiven Cannabis-Konsums.

In der Hinsicht könnte sich Armin Laschet dann wirklich über eine Ampel-Koalition freuen. SPD, Grüne und FDP sind sich offensichtlich schon in einem Punkt einig. Gemeinsam sei man für die Cannabis-Legalisierung.

Wenig einverstanden damit zeigt der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Dessen Haltung ist auch an anderer Stelle oft befremdlich. Zudem sang ja auch bereits Jan Böhmermann über Wendt „Du bist kein echter Polizist.“

Ob Polizist oder nicht, Wendt liegt falsch. Durch die Folgen des Alkoholkonsums sterben deutlich mehr Menschen als durch Cannabis.

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