Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ganz Deutschland befindet sich in einer Brettspielkrise. Nur in einer ostfriesischen Enklave wird sich erbittert dagegen gestemmt.

Terra Incognita

Es gibt Gründe für das Ausbleiben detaillierter Angabe zu den gespielten Spielen in den letzten Wochen und Monaten. Es zeichnet sich im ersten Halbjahr 2021 so was wie eine Brettspielkrise im privaten Bereich ab. Wobei es weniger eine Krise ist, sondern ein einfacher Umstand. Es wurde schlichtweg weniger gespielt als im vergangenen Jahr. Allerdings führt das bei mir nicht zu einem Gefühl des Mangels. Es ist, wie es ist. Andere Dinge sind in den Fokus gerückt, etwa in den vergangene zwei Wochen ausgiebige Fahrradtouren in Ostfriesland.

Die Zeit ist begrenzt, alles gleichzeitig geht eben nicht. Gespielt wurde dennoch, heute nach dem Frühstück brachten meine Frau und ich unsere 10 Partie Civilization: A New Dawn mit der Terra Incognita Erweiterung hinter uns.

Uns beiden hat Civilization: A New Dawn bereits vorher schon gut gefallen, die Erweiterung jedoch setzt wirklich einen drauf. Mit Terra Incognita verschwinden auch die Punkte, an denen einige vorher etwas zu mäkeln hatten. Jede Partei ist anders, etwas macht einfach enorm Spaß, an seiner Zivilisation zu stricken. Auch wenn man verliert (was bei mir häufiger vorkommt als bei meiner Frau), hat man sofort Lust auf die nächste Partie. Auch daher wäre der Begriff Brettspielkrise völlig fehl am Platz.

Neuheiten verursachen Brettspielkrise

Für mich würde ich daher die Brettspielkrise auf zwei sehr unterschiedlichen Ebenen sehen. Zum einen in Bezug auf mein Kaufverhalten. Das, was dieses Jahr noch eintrudeln wird, sind Vorstellungen (aus dem letzten Jahr) und Kickstarter. Wobei ich in Bezug auf Kickstarter in diesem Jahr extrem zurückhalten gewesen bin.

Von den echten Neuerscheinungen in diesem Jahr (darunter fallen für mich keine Neuauflagen) hat mich bisher nichts wirklich überzeugt. Auch bei „Descent: Legenden der Finsternis“ habe ich kalte Füße bekommen. Mich überzeugte weder die App noch das Spielmaterial. Klar sind da viele Plastikfiguren dabei, aber so was ergibt noch kein gutes Spiel.

Damit sind wird dann auch bei der zweiten Ebene meiner empfundenen Brettspielkrise. Mehr und mehr bekomme ich den Eindruck, dass über halb gare Ideen nur ein Haufen Miniaturen geschüttet wird, um einen erfolgreichen Hype auszulösen.

Klar finde ich die Ausstattung auch wichtig, aber sie ist nicht alles. Die Spielmechanik muss solide sein, vor allem aber über wiederholte Partien tragen. Das sind aber beides Punkte, die ich bereits in der Vergangenheit mehrfach angebrachte habe.

Im Übrigen kommt noch eine ganz andere, objektive Brettspielkrise dazu. Durch die pandemiebedingte Situation in Produktion und Logistik verzögerte sich die Auslieferung nicht weniger Brettspiel um Monate.

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