Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Bei der romantischen Verklärung von Natur und Gartenarbeit wird der Anteil der echten Arbeit häufig unterschlagen.

Großstadtvorteile

Zumindest beim tippen auf der Tastatur stören die Verletzungen an der rechten Hand zurzeit nicht. Daran bin ich selber schuld, aber dazu später mehr. In Köln oder Bielefeld wäre das jedenfalls nicht passiert. Großstädte haben in der handelsüblichen Konstellation nämlich den Vorteil fehlender Gärten. Wobei, Gärten fehlen natürlich nicht, nur hat ein deutlich höherer Prozentsatz der Wohnungen keinen eigenen Garten. Klar hat das auch Nachteile, eine ganze Reihe sogar. An schönen Tagen kann man sich nicht nach draußen setzen. Mit einem guten Buch im Schatten eines eigenen Baumes im Garten, auch für mich eine sehr schöne Vorstellung. Grillen im eigenen Garten ist auch schöner als auf dem Balkon, wenn man denn einen hat. Sowohl in Bielefeld als auch in Köln war das nicht immer gegeben.

Klar, wir hätten uns auch um einen Platz in einer Kleingartensiedlung bemühen können. Aber auch wenn das beispielsweise in der Süddeutschen Zeitung wieder mal gehypt wird, mein Ding ist so ein Kleingarten nicht. Sicher, ich bin Gemüse aus eigenem Garten nicht abgeneigt. Es muss aber nicht unbedingt der eigene sein, denn ein Garten bringt auch die Gartenarbeit mit sich. Nach wie vor vertrete ich den Standpunkt, in meiner Kindheit und Jugend ausreichend Gartenarbeit für den Rest meines Lebens geleistet zu haben.

Fehler bei der Gartenarbeit

Das Haus hier in Emden hat allerdings einen Garten. Wobei es streng genommen ein Ziergarten ist, auch wenn ein paar Kräuter hier und da gepflanzt wurden. Das reduziert allerdings nicht die Gartenarbeit, denn so was wie der Rasen will regelmäßig gemäht werden. Damit sind wir dann beim Drama der Gartenarbeit.

Gestern Abend wollte ich unter Ausnutzung des Wetters „mal eben“ den Rasen mähen. Tat ich auch erfolgreich, allerdings verzichtete ich auf Handschuhe beim Zusammenkehren des geschnittenen Grases. Entweder bin ich zu blöd für Gartenarbeit und dafür, einen Stil richtig zu halten oder zu empfindlich. An der rechten Hand habe ich eine Schwiele und eine aufgeplatzt Blase. Beides kenne ich schmerzlich noch vor früher.

Mittlerweile bin ich mir auch nicht mehr so sicher, ob das mit dem Handrasenmäher so eine gute Idee war. Es erfordert viel Nacharbeit, insbesondere die Kanten zum Zaun hin müssen mit einer kleinen Kantenschere geschnitten werden. Zumindest hierfür nutzen sowohl meine Frau und ich ein Kissen für die Knie. Man lernt ja auch etwas dazu.

Na ja, ein Vorteil hat der Handrasenmäher schon. Niemand wird dazu verpflichtet, mir das Kabel hinter dem Rasenmäher hinterherzutragen. Ehrlich, das ist wirklich keine tolle Freizeitbeschäftigung.

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