Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Manche Dinge brauchen im Leben etwas länger. Etwa die Anschaffung eines NAS (Network Attached Storage) für zu Hause.

Mangelhafte Backupstrategie

Bei uns in der Nachbarschaft in Constantia gibt es an einem Haus mit einem Schild, auf dem eine brutale, aber eindeutige Aussage steht. „Kein Back-up, kein Mitleid“. Es ist zu vermuten, dass mindestens einer der Bewohner im IT-Bereich arbeitet.

Was meine Frau und mich betrifft, sind uns Back-ups durchaus bekannt. Man könnte jetzt aber nicht behaupten, ihre Anfertigung wäre so selbstverständlich wie das Zähneputzen. Nur hier im Blog achte ich jedes Mal darauf, auch jeden Fall auch vor dem Einspielen eines Updates ein Back-up zu erstellen. Was den Rest angeht, nun ja. Natürlich fertige ich Kopien meiner Daten an, schon eine ganze Zeit lang. Wichtige Dokumente werden auch ausgelagert. Beides führt aber über einen langen Zeitraum zu einem Chaos. Auch wenn Daten keinen physikalischen Platz einnehmen (glaubt der Laie zumindest), tun es Datenträger schon. Hinzu kommen noch Abnutzung und Verschleiß, denen die Datenträger unterworfen sind. Weil das noch nicht reicht, gibt es dann noch den technischen Wandel. Dateien auf Disketten sind für mich genau so unbrauchbar geworden wie auf auf den Wechseldatenträgern namens Zip von Iomega.

Streng genommen kann ich auch nichts mehr mit CDs oder DVDs anfangen, da mein Rechner nicht über ein entsprechendes Laufwerk verfügt. Back-ups darauf sind, man rät es schon, wertlos geworden.

Weg zum NAS

Über Evernote konnte ich zurückverfolgen, wie lange meine Frau und ich uns schon mit einer anderen Lösung für Back-ups und die Speicherungen von Daten beschäftigen. Vor über neun Jahren diskutierten wir nachweislich bereits über die Anschaffung eines eigenen NAS (Network Attached Storage). Recht schnell wurden wir uns auch einig, auf welches System wir setzen würden. Es sollte eine Diskstation von Synology werden. Wurde es letztendlich auch, aber es vergingen erst die bereits erwähnten neun Jahre bis zur Anschaffung des NAS.

Gründe dafür gab es viele. Anfangen von „zu teuer“, „externe Festplatte reicht“ bis hin zur „wird schon“. Irgendwas sprach dann doch immer dagegen oder kam dazwischen. Themen wie NAS und Back-up-Strategien auf die lange Bank zu verschieben ist allerdings ziemlich blöd — womit wir dann wieder beim Schild aus der Nachbarschaft wären.

Vor ein paar Tagen trudelte dann bei uns nach reiflicher Überlegung tatsächlich ein NAS von Synology ein. Die genaue Produktbezeichnung lautet DS220+, dazu kamen dann zwei Festplatten mit jeweils 4TB von Segate (Iron Wolf). Die laufen als RAID 1, um ein Mindestmaß an Sicherheit zu gewährleisten.

Speichermangel und Vergessen

Wer jetzt nachrechnet bei unserem NAS, wird möglicherweise stutzig. Für zwei Person sind 4 TB nicht viel, zumal ja auch das System selber noch Platz benötigt. Netto bewegen wir uns derzeit im Bereich von 3,5 TB zur freien Verfügung. Wir erden vermutlich eher früher als später an Platzgrenzen stoßen. Oder aber das tun, was wir schon lange hätten machen sollen: aufräumen.

Vor unserem Umzug nach Emden habe ich eine ganze Menge an Dinge entsorgt, für die ich in meinem Leben keine Verwendung mehr sah. Über blieb zwar immer noch reichlich, aber die Trennung von Kram fühlte sich verdammt gut an.

Gleiches steht jetzt auch digital an. Man muss nicht jede E-Mail aufbewahren. Auch Flash-Dateien, für die ich keine Programme mehr zum öffnen besitze, können entsorgt werden. Die Anzahl der Daten, die eigentlich keinen Wert mehr für mich haben, geht locker in die Gigabyte.

Selbstverständlich kann man gerade mit den Möglichkeiten, die ein NAS bietet, alles aufheben. Fragt sich jedoch, wozu das gut sein soll. Digitales Aufräumen führt genau wie analoges Aufräumen zu einem Gefühl der Befreiung.

2 Kommentare

  1. Bist Du sicher, dass Du 4 GB meinst? Dies scheint mir etwas wenig. Könnte es sein, dass es TB sind?

    Meine Katalogdatei für Lightroom ist ja schon knapp 3 GB groß.

    Ich habe zur Datensicherung meiner Macs zwei WD MyCloud mit 8 TB und 16 TB.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.