Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Für nicht wenige beginnt die kommende Woche erneut verkatert. Auch ohne Alkohol kann das zu einem Dauerzustand werden.

Lied vom Lockdown

Am liebsten würde ich mich in eine Art Winterschlaf begeben, aus dem ich dann erst wider aufwache, wenn die Pandemie vorbei ist. Allerdings könnte das eine verdammt lange Angelegenheit sein, die über mehre Frühlingsanfänge hinweg dauert.

Man mag gar nicht daran denken, was bei der Bund-Länder-Konferenz Morgen an neuen Folterwerkzeugen hervorgeholt wird. Anders als die demonstrieren Vollpfosten, die durch ihr Verhalten zur Verbreitung des Virus beitragen, halte ich die Einschränkungen für sinnvoll. Ja, auch ich leide darunter. Allerdings gehöre ich zu der Sorte Mensch, die ihren Egoismus hinten anstehen lassen kann, wenn es um das Gemeinwohl geht.

Aber genug vom Lockdown-Lied, noch möchte ich den Rest des Wochenendes, soweit es möglich ist, genießen. Morgen wird es schon schlimm genug, auch wenn ich mangels Alkoholkonsum nicht verkatert sein werde. Apropos Alkoholkonsum: Mich würden mal Zahlen interessieren, in ob dieser sich in Deutschland in den letzten Monaten erhöht hat. Mangels anders Möglichkeiten hat die eine oder der andere sicher zur Flasche gegriffen. Zu Hause natürlich, denn die Kneipen warne ja überwiegend zu. Was dazu führt, dass etwa die Brauereien reihenweise Fassbier nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgen müssen. Schade, aber die Fässer sind nicht für den Hausgebrauch geeignet.

Ohne Alkohol verkatert

Kommen wir aber zu etwas ganz anderem. Wie einleitend erwähnt, kann man auch ganz ohne Alkohol verkatert sein. Meine Frau und ich fühle uns seit gestern zumindest so. Verkatert nach dem Ende des Brettspiels „Die Pranken des Löwen“.

Ganz klar, jedes Kampagnenspiel kommt früher oder später zu einem Ende. Ehrlich gesagt ging bei mir auch so langsam die Luft raus, es wuchs der Wunsch, auch mal wieder etwas anderes zu spielen. Gut, für andere ist das vermutlich Jammern auf hohem Niveau. Etwa dann, wenn man aufgrund des Lockdowns keine Spielpartner hat und der kleine Bruder von Gloomhaven seit Monaten ungespielt im Regal liegt.

Uns war von Anfang an bewusst, dass die Pranken nicht den Umfang von Gloomhaven haben werden. Das Spiel ist reduziert, was ich aber nach wie vor auch gut finde. Weniger gut finden meine Frau und ich dagegen das doch plötzliche Ende der Kampagne. „Wie, das war es jetzt?“ fragte mich meine Frau gestern entgeistert, als der Oberbösewicht niedergestreckt war und ein mauer Epilog folgte. Die zusätzlich erhaltenen Erfahrungspunkte sind dann auch etwas lächerlich.

Jetzt sitze ich hier verkatert am Schreibtisch und frage mich, ob wir etwas falsch gemacht haben. Eigentlich nicht, die Szenarien davor waren knackig genug. Die enge Treppe im letzten Szenario bot sich jedoch an, nachrückenden Monstern ein unüberwindbares Hindernis vor die Nase zu setzen.

Sei es drum, ab Pfingsten haben wir vor, noch mal von vorne zu beginnen. Schließlich kennen wir die beiden anderen Charaktere noch nicht.

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