Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Anders als Englisch ist Deutsch keine Weltsprache geworden. Nicht nur Brettspieler sollten das akzeptieren.

Neue Möglichkeiten

Nach einem intensiven Basteltag mit mehren Anläufen beim drucken eines passenden Gehäuses ist jetzt mein erster Sensor für die Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit fertig. Durch die Verwendung eines Wemos D1 mini verbindet diese sich auch drahtlos mit Home Assistant. Anders als anfänglich suggeriert ist so was nicht mal eben fertig. Aus einer ganzen Reihe von Quellen musste ich mir mühsam die erforderlichen Informationen zusammentragen. Einen Schönheitspreis gewinnt mein erster Sensor garantiert nicht, aber er funktioniert. Heute Morgen habe ich mir dann direkt die Bauteile für den zweiten bestellt, diesmal aber so, dass ich die Stromversorgung ohne Klebeband lösen kann.

Durch den Abschluss von „Pranken des Löwen“ habe ich nach dem Kater jetzt das Gefühl, neue ungeahnte Möglichkeiten entgegenzusehen — mehre Regale voller Brettspiele liehen in greifbarer Nähe. So gerne ich auch Kampagnenspiele mag, so sehr schätze ich aber auch die Abwechslung. Abgesehen davon freue ich mich auch drauf, endlich mal wieder nicht kooperativ zu spielen.

Die Osterferien liegen nur noch einen Steinwurf entfernt. Da wir ja dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren werden, gibt es viel Zeit für Brettspiele. Den Anfang macht dann wohl Everdell, passend zu aktuell laufenden Kickstarter-Kampagne. Bevor jemand fragt: Sowohl Grundspiel als auch Erweiterung habe ich ganz bewusst nicht auf Deutsch. Mittlerweile bevorzuge bei Brettspielen auch Englisch, abgesehen von Kampagenspielen. Die Ausnahme bilden nur Brettspiele, die ursprünglich zuerst auf Deutsch erschienen sind.

Man spricht Deutsch

Vermutlich habe ich mich schon in der Vergangenheit über das Gejammer einiger Brettspieler amüsiert. Nicht selten taucht die Frage auf, wann es dieses oder jenes Spiel endlich übersetzt auf Deutsch gibt. Manchmal profitieren Spiele von der Übersetzung, es gibt aber auch leider furchtbare Gegenbeispiel („Welcome to…“).

Für mich hat das Thema noch eine weitere Facette bekommen. Bei der Beschäftigung mit den Themen Mikrocontroller und Home Assistant halfen mir bis auf eine Ausnahme Quellen weiter, die nicht aus Deutschland stammten. Beim Arduino gibt es verdammt gutes Lern- und Lehrmaterial aus der Schweiz und Österreich. Auch in Tschechien findet man sehr gute Konzepte (die sich mir aber leider mangels Sprachkenntnis nicht vollends erschließen, die Texte gibt es leider nicht auf Englisch).

Mir drängt sich der Eindruck auf, das Deutschland in Bezug auf die Didaktik etwas ins Hintertreffen geraten ist. Um es mal vorsichtig zu formulieren, denn bereits aus meinem Studium weiß ich, welchen schlechten Stand die Didaktik in Deutschland hat.

Faden verloren

Jetzt fürchte ich, selber den Faden im Text etwas verloren zu haben. Das kommt davon, wenn man mit einem Auge die ganze Zeit über die Meldungen von tagesschau.de im Blick hat, um auf dem neusten Stand hinsichtlich der Bund-Länder-Beratung zu sein.

Umgehauen hat mich der Gerichtsentscheid aus Nordrhein-Westfalen. Ausgerechnet im bevölkerungsreichsten Bundesland wurden Einschränkungen im Einzelhandel gekippt. Einkaufen ist ab sofort ohne Terminvergabe möglich. Schlimmer noch, die Kundenbegrenzung pro Quadratmeter ist gefallen. Die Deutschen und ihre Freiheitsliebe. Ostern kann kommen, für die ersten gibt es sogar noch Platz auf den Intensivstationen.

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