Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Irrationales menschliches Verhalten macht den Lockdown in seiner Intention nahezu wirkungslos. Ungewöhnliche Maßnahmen werden geradezu erbettelt.

Wundersame Fallzahlen

Ostfriesland ist kein Ponyhof. Auch hier in der Region steigen die Fallzahlen wieder auf „wundersame Weise“ an. Die Inzidenzwerte der letzten drei Tage für Emden und den Landkreis Leer sind interessante:

  • 23.02.: Emden 22; LK Leer 82,6
  • 24.02.: Emden 26; LK Leer 86,1
  • 25.02.: Emden 52,1; LK Leer 101,9

Von gestern auf heute hat sich der Inzidenzwert in Emden verdoppelt, zudem entwickelt sich Leer zu einem regelrechten Hotspot, wie die Emder Zeitung heute schreibt. Weiter heißt es, die Ursachen der Entwicklung seien „nicht eindeutig auszumachen“. Das Infektionsgeschehen sei diffus. Nun stellen wir uns mal ganz dumm. Nein, es geht nicht um eine Dampfmaschine, sondern um menschliches Verhalten. Übliches Freizeitverhalten siegt, Appelle bleiben wirkungslos.

Wenn sich Frieda Freimütig bei einer Geburtstagsparty unter Freunden am Wochenende angesteckt hat, wird sie das dann offen und ehrlich sagen? Würde sie zugeben, gegen die Kontaktbeschränkungen verstoßen zu haben? Meiner Meinung nach eher nicht. Wahrscheinlich ist, dass Frau Freimütig behauptet, nicht zu wissen, wo sie sich infiziert hat. Eine Notlüge zum Schutz. Wobei das in diesem Fall eine gefährliche Notlüge ist, die weitreichende Folgen hat.

Springen wir ein paar Tage zurück zum 13. und 14. Februar. Das Wochenende mit dem tollen Winterwetter, zugefrorenen Grachten und hunderten Schlittschuhläufern auf dem Eis. Mehr Partymeile statt Social Distance.

Gestern Abend bei schon recht angenehmen Frühlingstemperaturen waren dann in Emden nicht wenige Jugendliche unterwegs, meistens mit mehr als einer weiteren haushaltsfremden Person, um es vorsichtig zu formulieren.

Lockdown wirkungslos

Der ganze Lockdown ist sowohl wirkungslos als auch lächerlich, wenn sich Menschen nicht an die Kontaktbeschränkungen und an Social Distance halten. Ein dritter Lockdown um Ostern herum ist zu befürchten. Das wird weitreichende Konsequenzen haben und Existenzen vernichten. Heute Morgen ging mir dazu eine recht brutale Idee durch den Kopf. Wenn die Maßnahmen wirkungslos bleiben, weil sich die Menschen nicht daran halten, muss man einfach umdenken.

Nehmen wir doch die Angst vor einer angeblichen Corona-Diktatur und der staatlichen Bevormundung ernst. Ein Gedankenspiel. Ab 1. März kümmert sich der Staat ausschließlich darum, diejenigen vor einer Infektion zu schützen, die Covid-19 ernst nehmen und sich an Einschränkungen halten. Es muss gewährleistet sein, dass diese Gruppe wirklich sicher vor einer Infektion ist.

Für den Rest wird der Lockdown komplett aufgehoben. Wenn sich jemand infiziert, ist das persönliches Lebensrisiko und nicht Problem der Gesellschaft. Angehörige dieser Gruppe werden selbstverständlich behandelt, sofern Kapazitäten vorhanden sind und nicht vorgehalten werden müssen für Personen aus der ersten Gruppe.

Mortalität riskieren

Wenn die Menschen unbedingt um jeden Preis ihre Freiheit wollen, dann sollen sie diese auch bekommen. Es muss lediglich gewährleistet sein, dass niemand zu schaden kommt, dem nicht Freiheit über alles geht.

Zu erwarten ist eine höhere Sterblichkeit und Spätfolgen bei den Erkrankten. Das ist dann wie gesagt ihr Privatvergnügen. Es wird ja auch niemand am Alkoholkonsum oder Rauchen von Zigaretten gehindert. Solange die Gesellschaft nicht als Ganzes dafür aufkommen muss, wäre das ok. Also, Abschied aus der Solidargemeinschaft im Gesundheitssysteme.

Man kann an dieser Stelle noch die positiven Auswirkungen der höheren Mortalität auf den Wohnungsmarkt und die Arbeitslosenzahlen hervorheben, aber das wäre noch zynischer. Die Überlegungen war lediglich ein Gedankenspiel aus meinem Frust heraus, wie wirkungslos die Apple an die Vernunft zu sein scheinen.

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