Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Eine handfesten Beweis für die Existenz Bielefelds liefert Dr. Oetker. Das Pudding-Imperium eroberte von dort aus die Welt.

Ostwestfalens schönste Baustelle

Lassen mal die außen vor, die nicht an die Existenz Bielefelds glauben. Insbesondere die, welches sonntags mit einer Backmischung von Dr. Oetker einen Kuchen für die Familie zaubern. Ich für meinen Teil habe tatsächlich fast freiwillig in Bielefeld studiert. Die Stadt gibt es definitiv und zählt mitunter zu den schönsten Baustellen in Ostwestfalen.

Man kann viel über Bielefeld lästern, zudem bilden sich auch schnell Mythen. Ein paar Fakten möchte ich daher vorab hervorheben. Aufgrund seiner Lage neigt man dazu, dort hängen zu bleiben. Das gilt nicht nur für Regenwolken, sondern auch für Studierende. Diesbezüglich spreche ich aus Erfahrung. Über die Universität kann man trefflich streiten, aber ihr liegt ein verdammt gutes Konzept zugrunde. Alles an Ort und Stelle mit einer grandiosen Bibliothek. Gerade wer fächerübergreifend studiert, lernt man so was zu schätzen. Der Ruf der Uni ist im Übrigen hervorragend.

Bielefeld ist zudem eine Stadt mit Geschichte. Dazu gehört die Sparrenburg ebenso wie die Ravensberger Spinnerei und vieles mehr. Weit über Bielefeld hinaus ist zudem eine Firma bekannt, die dort ihren Anfang nahm: Dr. Oetker

Über die Jahrzehnte ist aus der Firma ein großer und weitverzeigter Konzern geworden.

Münster trifft Dr. Oetker

Die Oetker-Gruppe besteht aus fünf Geschäftsbereichen und insgesamt 400 Tochterunternehmen. Als Laie verliert man da schnell den Überblick. Gerade im Bereich „Bier und alkoholfreie Getränke“ stößt man mitunter immer wieder auf Überraschungen. So gehören etwa Dom Kölsch genau so zum Konzern wie Schlösser Alt. Und auch hier oben im Norden stirbt so was wie eine Fernsehlegende. Jever ist nicht nur friesisch herb, sondern gehört über Radeberger ebenfalls zu Oetker. Das ist in der Tat herb.

Wer viel gegen den Durst anderer tut, der hat auch selber Durst. Zum Beispiel nach strategischen Expansionen. Der neueste Coup ist die Übernahme von Flaschenpost. Flaschenpost? Ist das nicht das Start-up aus Münster, welches recht erfolgreich in Großstädten (besonders in NRW) Kunden mit Getränken beliefert? Genau. In Köln wurde das trotz der saftigen Preise (Jever zu 17,49 €) zu unserem Hoflieferant. Mit der Übernahme ersetzt Oetker wohl seinen eigenen Lieferdienst Durstexpress, der als Kopie von Flaschenpost nicht ganz so erfolgreich sein soll.

Als Kaufpreis für die Übernahme kursiert ein Betrag von 1 Milliarde Euro. Das reicht für einige Kisten Bier. Als Kunde wird man eine Preissenkung für die Lieferung der Hausmarken wohl eher weniger erwarten können. Zumindest bleibt aber die Hoffnung auf Expansion des Lieferdienstes in die kleineren Städte — auch da gibt es durstige Menschen ohne Auto.

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