Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Mama, take this badge off of me I can’t use it anymore. Knock, Knock, Knocking on heaven’s door.

Gans mit Rosen

Der einleitende Satz stammt aus dem Lied „Knockin‘ On Heaven’s Door“ von Bob Dylan, welches mir eigentlich nur in der Fassung von Guns N‘ Roses bekannt ist. Das kommt halt davon, wenn man ein Musikbanause ist. Aber um Musik soll es hier und heute auch gar nicht gehen. Ebenso wenig um die tiefere Bedeutung des Songs, den Dylan ursprünglich für den Western „Pat Garrett and Billy the Kid” schrieb. Das Stück wird im Film gespielt, als der Sheriff im Sterben liegt.

Wie dem auch sei, Knock und Himmelstür, das ist es, worauf wir uns konzentrieren wollen. Knock nicht als Übersetzung, sondern als ein Ort in der Nähe von Emden. Eigentlich taucht der Begriff auf der Karte zwei Mal auf — wir als Neulinge sind natürlich nur bis zum ersten Punkt gefahren, dem Siel und Schöpfwerk am Knockser Tief. Den Naturstrand Knock verfehlt wir um zwei Kilometer. Das müssen wir dann also noch mal nachholen.

Die Frage ist nur, was dieser Ort mit dem Lied und der Himmelstür zutun hat. Nun, bei dem wunderschönen Herbstwetter fühlten wir uns heute wie im siebten Himmel. Kein Urlaub, sondern unsere neue Heimat.

Vor der Haustür Knock

Gut 40 Minuten mit dem Fahrrad sind es von unserem Haus bis zum Schöpfwerk Knock. Bei Gegenwind dauert die Rückfahrt allerdings etwas länger. Die Strecke führt durchgehend über Fahrradwege oder autofreie Schotterpiste von der Larelter Straße über die Wolfsburger Straße bis zum Seedeich. Dort teilt man sich dann hinter dem Deich direkt am Wasser den Weg nur noch mit anderen Fahrradfahrern, Fußgängern und vor allem Schafen. Vielen Schafen.

Rückfahrt mit Gegenwind

Rückfahrt mit Gegenwind

Wir müssen für einen zweistündigen Ausflug nicht im Urlaub sein, sondern uns einfach nur auf die Räder schwingen. Das macht den ganzen Streß der letzten Monaten, den Umzug und alle Komplikationen wieder wett. Knock ist nur der Anfang. Ein neues Leben in Ostfriesland wirft nur eine Frage auf. Warum wir nicht früher auf die Idee gekommen sind, der Großstadt den Rücken zu kehren. Aber gut, besser so als nie.

Für mich völlig faszinierend ist auch der Umstand, dass ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Spaß dran habe, meine Uhr aktiv zu nutzen — also nicht nur zum Anzeigen der Uhrzeit. Erstaunlich viel an Daten werden ganz ohne Smartphone erfasst und lassen sich dann wieder zu Hause synchronisieren. Das erhört den Reiz, noch mehr Fahrrad zu fahren.

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