Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Breuer beendete seine Zusammenfassung der Ergebnisse. Seinem letzten Satz folgte ein tiefes Ausatmen. Als ob ihm in dem Moment eine Last von der Seele gefallen wäre. Zum ersten Mal teilte er seine Ängste mit einer anderen Person.

Denzel spitze die Lippen, was seinen Schnauzbart auf eine sehr unvorteilhafte Art zur Geltung brachte. Es folgte ein Stirnrunzeln, begleitet von Kratzen am Hinterkopf.

„Nun“, begann Denzel seine Antwort, „ist ja alles nicht so einfach“. Die Spürnase wirkte schwerfällig. Tatsächlich ging Jörg Denzel gleichzeitig verschiedene Optionen durch. Die einfachste, in schallendes Gelächter zu verfallen und Breuer hochkant aus der Detektei zu werfen, kam nicht infrage. So was sprach sich rum. Selbst wenn die betreffende Person wie im Fall von Breuer mit dem Rücken zur Wand stand.

„Junge, du brachst erst mal Urlaub. Ein Ortswechsel, eine andere Stadt. Vielleicht gefällt es dir ja au so gut da, dass du dauerhaft bleiben willst.“

Breuer wirkte sichtlich irritiert. Mit so einer Antwort hatte er nicht gerechnet. Sein Leben schein in Gefahr zu sein und dieser angebliche Detektiv schlug ihm einen Urlaub vor. Als Reaktion auf den ungläubigen Gesichtsausdruck von Breuer zog Denzel die neuste Ausgabe des Ostfrienskuriers aus einer Schreibtischschublade. Denzel erhob sich von seinem Vollpolsterlederstuhl mit Nackenstütze und Klimazone.

„Wo hatte ich den, warte, einen Moment, ah hier“. Er blätterte durch die Zeitung, bis er bei den Stellenangeboten die richtige Anzeige fand.

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