Verlagsfusion mit Durchschlag

Auch jenseits der Krise kommt es selbst in Deutschland immer wieder zu Zusammenschlüssen. Trotzdem überrascht die Verlagsfusion von Feuerland und Schwerkraft.

Groß frisst Klein

Die Großen fressen die Kleinen. So war es jedenfalls bisher meistens bei Fusion und Übernahmen. Das gilt für Industriebetriebe genau so wie etwa für Buchverlage. Auch bei Herstellern von Brettspielen ist eine Verlagsfusion keine Seltenheit. Einer der größten in der Branche dürfte mittlerweile der französische Spieleverlag Asmodée Editions sein. Unter seinem Dach befinden sich eine ganz Reihe vorher unabhängiger Verlage, die nunmehr als sogenannte Studios firmieren:

  • Fantasy Flight Games
  • Days of Wonder
  • Space Cowboys
  • Asmodee Studio
  • Catan Studio
  • Z-Man Games
  • Plaid Hat Games
  • Edge Entertainment
  • Pearl Games
  • Ystari
  • Lookout Games

Seit 2019 nicht mehr dabei ist HeidelBÄR Games. Rund zwei Jahre nach seiner Fusion mit Asmodée entschieden sich die Heidelberger, wieder getrennte Wege zu gehen. Man wolle, so hieß es von den HeidelBÄRen, wieder zurück zu den eigenen Wurzeln kehren. Nicht immer ist eine Verlagsfusion der richtige Schritt. Für Spielerinnen und Spieler beuteten mehr unabhängige Verlage zumeist eine Stärkung der Angebotsvielfalt.

Verlagsfusion am Horizon

Sonnenuntergang für Spieleverlage

Vorzeichen der Verlagsfusion

Erste Gerüchte über den Zusammenschluss von Feuerland Spiele und dem Schwerkraft-Verlag gab es bereits Anfang des Jahres auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Von beiden Verlagen wurden diese jedoch strikt dementiert. Erst jetzt, nach dem die Verlagsfusion unter Dach und Fach ist und ein neuer, gemeinsamer Name gefunden wurde, überrascht man die Szene.

Laut Frank Heeren, Geschäftsführer von Feuerland Spiel, ist die bevorstehende Verlagsfusion ein logischer Schritt, um beide Unternehmen auch in schwierigen Zeiten weiterführen zu können. Insbesondere Feuerland erwirtschafte im Bereich der Lizenz-Spiele in den letzten beiden Jahren erhebliche Verluste. So liefen etwa die Kosten für die Produktion der deutschen Ausgabe von Gloomhaven trotz zahlreicher Vorbesteller massiv aus dem Ruder. Dazu kamen ungewöhnliche viele Reklamationen aufgrund der durchwachsenen Produktionsqualität. Man habe, so heißt es aus Eppstein-Bremthal, vor allem auch die ausufernden Versandkosten bei den Reklamationen deutlich unterschätzt. Carsten Reuter vom bisherigen Schwerkraft-Verlag wird daher insbesondere den Kundenservice des neuen, gemeinsamen Verlages umkrempeln. In der Vergangenheit konnte man beim Schwerkraft-Verlag spürbar bessere Ergebnisse in wirtschaftlicher Hinsicht beim Umgang mit Reklamationen erzielen. „Sicher sei“, so Reuter, „nicht immer jeder Kunde zufriedenzustellen, aber man müsse sich halt von einer generellen Anspruchshaltung als Käufer von Brettspielen verabschieden“.

In jedem Fall, so die beiden Geschäftsführer, sei dem gemeinsamen Verlag ein durchschlagender Erfolg bereits sicher. Dafür stehe auch der neue Namen: FeuerKraft

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