Eigenartig in Köln

Eigenartig in Köln

Angesichts der Corona-Krise empfinden die Menschen ihr Leben möglicherweise als eigenartig. Die Anpassung an die Situation ist anstrengend.

Einschränkungen zum Wohle aller

Einschränkungen sind mit Opfern verbunden. Ein weiter so ist angesichts der immer stärkeren Ausbreitung des Corona-Virus nicht möglich. Beziehungsweise möglich, aber mit weiterreichenden Konsequenzen verbunden. Für mich ist das alles auch eine neue Erfahrung. In meinen 49 Lebensjahren gab es so einen Zustand noch nicht. Beruflich verändert sich für mich nichts, ich arbeite ehedem im Homeoffice. Darüber hinaus aber merke ich, wie eigenartig alles geworden ist. Aber auch, wie eigenartig sich manche Menschen verhalten.

Gestern, beim frische Luft schnappen mit gehörigem Abstand zu anderen Menschen konnte ich es kaum glauben. Auf einem Spielplatz in der Nähe der Siedlung tummelt sich über 50 Eltern mit ihren Kindern. In einer Schrebergarten-Siedlung wurde eine große Grillparty gefeiert.

Heute konnte ich zudem aus dem Küchenfenster beobachten, wie Eltern die Betreuung mit Größen Kindergruppen lösen. Einer der Kinder fahren mit ihrem Roller um den Block und grölen „Viva Coronia“. Da es ja bereits etwas wärmer ist, liefern sich andere mit Wasserpistolen emsige Gefechte. Es wundert mich nicht, dass Köln immer mehr Infizierte meldet.

Neben der Beobachtung von anderen treiben mich aber hauptsächlich die eigenen Sorgen um.

Eigenartig in Köln
Köln feiert durch die Krise

Ostern wird eigenartig

Meine Frau gehört mit ihrem Asthma zur Risikogruppe, die eine Infizierung schwer treffen würde. Wir versuchen daher, möglichen Ansteckungen aus dem Weg zu gehen. Zum Glück muss sie in den kommenden Tagen nicht mehr in die Schule. Ferien oder frei haben sieht jedoch anders aus. Zumal unser Osterfest dieses Jahr eigenartig sein wird.

Den gebuchten Urlaub in Ostfriesland habe ich heute Morgen storniert. Allein das Risiko mit der langen Zugfahrt ist uns zu groß. Zudem sind alle Ostfriesischen Inseln für den Tourismus gesperrt worden.

Meine Frau brachte die aktuelle Situation gestern Abend gut auf den Punkt. Das alles erinnert an einen der Virus- beziehungsweise Zombiefilme. Nur das es bittere Realität ist. Angst habe ich weniger vor dem Virus als vor dem Verhalten der Mitmenschen. Gut vorstellbar, dass manche aufgrund der ganzen Einschränkungen nichts mit sich anzufangen wissen. Da staut sich Druck an, die in Gewalt ihren Ausbruch findet. Ein Vorzeichen sind hier eskalierende Hamsterkäufe.

Eigenartig ist auch, draußen so wie jetzt im Sonnenschein große Gruppen von Kindern spielen zu sehen. Dazu fand ich gerade bei Facebook folgenden, sehr treffenden Kommentar:

Schulen und Kindergärten werden geschlossen, um eine Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern“ habt ihr nicht verstanden? Hat irgendwer Ferien gesagt? BITTE RECHNET SELBER NACH: Zu den heute rund 6000 bestätigten Fällen addieren wir mal -ganz konservativ- 200% (Dunkelziffer/+Tests ohne Ergebnisse). Die 18000 Fälle jetzt bitte 5-6 mal verdoppeln und man kann abschätzen, wo wir in 3 Wochen stehen, wenn die Maßnahmen greifen ***DIE IHR GRADE RICHTIG VERKACKT!***

Das lass ich jetzt einfach mal so stehen. Es trifft den Nagel gut auf den Kopf. Aber wer seinen Namen tanzen kann, ist ja immun gegen jegliche Art von Viren.

2 Replies to “Eigenartig in Köln”

  1. Hier sind noch alle Geschäfte offen, Menschen in Cafés. Es ist unglaublich, beim großen Schuhladen Oberhösel Trubel, der riesige Parkplatz voll. Wie dumm sind die Menschen denn?

    1. Ich fürchte, sehr dumm. Heute morgen eine guten Kommentar in der Zeitung gelesen. Das was in Österreich umgesetzt wurde, wird auch in Deutschland mit Verzögerung kommen. Also auch eine Ausgangssperre. Weil die Menschen anders nicht zu überzeugen sind. Unser NRW-Laschet hat sich ja auch schon dahingehend geäußert.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren