Ein mittelschweres Unwetter sorgt in Deutschland für einen Ausnahmezustand. Dabei hat die CDU den Sturm längst nicht überstanden.

Dramatische Situation für das Land

Orkantief Sabine sorgte in Deutschland und anderen Teilen Europas für einen Anflug von Ausnahmezustand. Bäume stürzten um, der Bahnverkehr wurde eingestellt und der Aufenthalt auf den Nordseeinseln verlängerte sich für viele unfreiwillig um einen Tag.

Selbst Queen Elizabeth II. blieb vorsorglich zu Hause. In Nordrhein-Westfalen sorgte Sabine für einen schulfreien Montag in einigen Städten. Aus Sicherheitsgründen fiel etwa in Köln der Unterricht aus. Für die Lehrkräfte führte dies jedoch zu einem ganzen anderem Ausnahmezustand. Je nach Auslegung und Schulleitung berief man sich nämlich auf die Dienstpflicht. Mit anderen Worten, während die Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben durfte, musste das Lehrpersonal antanzen. Gefahr durch Sturmböen auf dem Weg zum Arbeitsplatz fällt in die Kategorie „Privatvergnügen“. Das viele Lehrerinnen und Lehrer auch selber Eltern sind, deren Kinder dann unbeaufsichtigt zu Hause blieben, ist nur eines der Randdetails.

Im Vergleich zu vorherigen Orkanen blieb Sabine allerdings weitestgehend gnädig. An der Nordseeküste ist der Ausnahmezustand wieder aufgehoben, in Emden war der Montag ein ganz normaler Schultag.

Alles andere als normal ist dieser Monat jedoch für die CDU. Sie leidet weiter an den Spätfolgen eines ganz anderen Sturms.

Sturm & Ausnahmezustand

Ruhe vor dem Sturm

CDU im Ausnahmezustand

Vorsichtig formuliert war die Wahl eines Ministerpräsidenten in Thüringen mit den Stimmen der CDU in der vergangenen Woche keine glorreiche Idee. Der FDP-Kandidat und Minister für die Dauer eines Sturmtiefs wurde nämlich ebenfalls mit den Stimmen der AfD gewählt. In Deutschland sorgt das für einen politischen Ausnahmezustand. Wahre Demokraten arbeiten nicht mit Rechtsextremen zusammen, hieß es. Möglicherweise kann man den gesamten Vorfall auf differenzierte sehen, aber wenn so ein Sturm einmal losgetreten ist, wirbelt er einfach alles auf.

Gerade im Ausnahmezustand komme es auf gutes Krisenmanagement an. Die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gab in der Causa Thüringen eine extrem schwache Figur ab. Für eine Partei kann so etwas schnell existenzbedrohend wirken, wenn durch fehlen Führung die Bindekraft verloren geht und die Ränder auseinanderdriften.

AKK zog daher heute die Notbremse. Während es zunächst lediglich hieß, sie stünde als potenzielle Kanzlerkandidatin nicht zur Verfügung, folgte wenig später eine Ergänzung. Die Parteivorsitzende verkündete, von ihrem Amt als Parteivorsitzende zurücktreten zu wollen. Spätestens jetzt befindet sich die CDU tatsächlich in einem Ausnahmezustand. Man kann hier Friedrich Merz nur recht geben, der kluges Nachdenken statt schnelles reden fordert.

Der Zeitpunkt für einen Rücktritt ist in der Tat unglücklich gewählt. AKK hätte den Sturm abwarten sollen, warten bis sich das Schiff wieder in ruhige Gewässer befindet.

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