Längst sind 3-D-Drucker für den heimischen Gebrauch keine Seltenheit mehr. Einsteiger sollten in jedem Fall mit Trockenübungen beginnen.

Faszination 3D-Drucker

Mittlerweile schwirre ich seit über einem Jahr um das Thema „Anschaffung eines 3-D-Druckers“ herum. Dabei kenne ich die Dinger schon viel länger, sah aber darin früher keinen privaten Nutzen für mich. Dann aber stieß ich in Onlinegruppen für Brettspieler auf immer mehr Beträge von Menschen, die Brettspiele in ihrer Sammlung ein Upgrade verpassten. Selber gebastelte Sortiereinsätze, Ersatz für liebloses Spielmaterial aus Pappe bis hin zu kompletten Überarbeitung etwa beim Spiel Terraforming Mars.

Was die Sortiereinsätze betrifft, arbeite ich seit knapp einem Jahr mit Schaumpappe. Das sieht nicht immer hübsch aus, erfüllt aber in der Regel seinen Zweck. Allerdings stoße ich da mittlerweile an Grenzen. Bei „City of the Big Shoulders“ wurden mir die so richtig bewusst. Die Fertigstellung des kompletten Schachteleinsatzes war eine Arbeit von zwei Tagen. Soweit funktioniert er auch, aber der Deckel der Schachtel liegt nicht mehr auf. Ursache dafür ist die verwendete Schaumpappe, denn ich komme nur an eine Stärke von 5 Millimeter heran.

Das ursprüngliche Modell bei BoardGameGeek wurde mit einer Stärke von 2 Millimeter gebaut. Noch frustrierender sind im Rückblick meine Würfeltürme. Da diese im ständigen Gebrauch sind, sieht die weiße Schaumpappe nicht wirklich hübsch aus. Vor allem mit den Löchern von den Stecknadeln, die ich beim Zusammenbau immer nutze.

Trockenübungen mit Cura

Cura zeigt die Druckfläche an

Schwimmen lernen mit Trockenübungen

Kommen wir aber zum Thema 3-D-Drucker und den Trockenübungen. Bisher haben mich eine ganze Reihe von Faktoren vom Kauf eines eigenen Druckers abgehalten. Platzbedarf zu Hause, Geruchsentwicklung, Lautstärke, der Preis und vor allem mein Unwissen in dem Bereich.

Das Thema würde ich auch weiterhin auf die lange Bank schieben, wenn ich nicht am Freitag auf eine Verkaufsanzeige gestoßen wäre. Angeboten wurde das Spiel Hannibal und Hamilcar samt Erweiterungen und Schachteleinsatz für 100 Euro. Ein fairer Preis, wie ich finde. Das Spiel selber habe ich, daher machten mich die Einsätze neugierig. Nach etwas Suche fand ich sie bei Thingverse. Zu den Daten dort stand dann auch, mit welchem Drucker sie ausgedruckt wurden. Der Spur ging ich dann gestern nach.

Das eine ergab das andere und ich landete am späten Nachmittag beim Drucker Anycubic I3. Bei Amazon wurde er für 279 Euro angeboten. Nach einer großen Kanne Tee kehrte ich wieder zurück an den Rechner zur geöffneten Seite bei Amazon. Mittlerweile lag der Preis bei 299 Euro. Damit wäre das Thema für mich erledigt gewesen und sämtliche Gedankenspiele lediglich eine Trockenübung.

Katze um den heißen Brei

Um manche Dinge schleiche ich jedoch wie eine Katze um den heißen Brei. Sie lassen mich einfach nicht mehr los. Als googelte ich weiter. So stieß ich dann auf die Seite China Gadgets und einen ausführlichen Testbericht zum Anycubic I3. Ganz am Anfang des Artikels wurden Links zum Kauf des Geräts eingeblendet — inklusive Preis. Mich haute es fast vom Stuhl, denn im Vergleich lagen die Preise etwa 150 Euro unter dem Angebot von Amazon. Bei einem 3-D-Drucker für 150 Euro ist die Versuchung recht groß.

Eine Nacht darüber schlafen hilft in den meisten Fällen. Als Bettlektüre lieh ich mir aus der Onleihe der Kölner Stadtbibliothek dann das Buch „3D-Druck“ von Thomas Kaffka aus. Ich träume nicht von einem Torwächter, sondern Würfeltürmen.

Auch wenn vieles im Buch mich eher nicht anspricht, sind dennoch ein paar grundlegenden Informationen darin hilfreich. Vor allem auch der Hinweis auf die kostenlose Software „Cura“. Die lud ich mir heute Morgen herunter, um an Hand der Modelle von Thingverse ein paar Trockenübungen zu machen. Mit der Software kann man unter anderem sehen, was der für Modell-Größen der Drucker bestellen kann und wie lange es etwa dauern wird. Der Einsatz für die Figuren bei Hannibal und Hamilcar ist leider zu groß für den Anycubic I3.

Wasser im Mund

Die Trockenübungen mit Cura nahmen mir auf jeden Fall die Angst vor einem 3-D-Drucker. Je länger ich mich dann damit beschäftigte und das Thema mit meiner Frau besprach, desto deutlicher wurde uns beiden: Wir brauchen diesen Drucker. Während dieser Artikel nicht mal zu Ende geschrieben war, bestellte ich ihn dann bei GearBest. Zusammen mit 1 Kilo Filament erhält man zur Zeit dort das beste Angebot. Für 153,28 € inklusive Versand ist jetzt der Anycubic I3 aus dem Warenlager in Polen unterwegs zu mir.

Ich werde dann mal berichten, wie es weiter geht und wie aus den Trockenübungen echte Modelle werden.

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