Zirkus in Köln

Zirkus in Köln

Köln erweckt mitunter den Eindruck eines gigantischen Zirkus. Statt Tieren werde hier jedoch Menschen auf engstem Raum gequält.

Fertig mit Köln

Halloween in Köln fand diesmal ohne mich statt. Meine Frau und ich sind dem ganzen Zirkus entflohen und weilen zur Zeit in Emden. Hier ist alles kleiner, schöner und ruhiger. Interessantes Detail am Rande: Während in Nordrhein-Westfalen der 1. November ein Feiertag ist, ist es hier oben im Norden ein regulärer Arbeitstag. Dafür war dann 31. Oktober mit dem Reformationstag ein Feiertag. Evangelisch halt und das ist auch gut so.

Ich muss mich etwas bemühen, nicht allzu grantig zu klingen, wenn ich über Köln schreibe. Die anfängliche Euphorie ist nach fast 10 Jahren wohnen in der Domstadt verflogen. Was waren, wird damals froh, endlich aus Bielefeld rauszukommen. Köln, das versprach Freiheit und Möglichkeiten. Die Möglichkeiten gibt es nach wie vor, wie ein riesiges Büffet. Was die Freiheit angeht, nun ja. Mittlerweile fühle ich mich ziemlich eingesperrt. Die autofreie Siedlung ist wie eine Art Insel, drumherum Chaos und viel zu viele Menschen. Den größten Teil an Besorgungen erledige ich in Nippes, der Rest wird online bestellt. Wenn, dann fühle ich mich auch mehr als Nippeser denn als Kölner. Aber Kölner wird man ja eh nie, es sei denn, man wurde in der Domstadt geboren.

Frei von Zirkus
Ganz ohne Zirkusluft

Selbsterhöhung als Nummer im Zirkus

Besonders stört mich am Zirkus in Köln die Selbsterhöhung. Anfangs fand ich die „Feindschaft“ zu Düsseldorf noch witzig — bis ich dann feststellt, die Kölner meinen es todernst. Die angebliche Toleranz hin Köln ist im Prinzip auch etwas ganz anderes. Dem Kölner an sich geht nämlich das meiste einfach am Arsch vorbei. Diese Gleichgültigkeit erlebt man immer wieder im Alltag, an großen wie kleinen Dingen. Man muss sich nur mal Plätze in Köln nach einer lauen Sommernacht anschauen und das vergleichen mit ähnlichen Plätzen in etwa München. Seine Stadt lieben und gleichzeitig in den eigenen Garten kacken — so was muss ich nicht verstehen.

Ja, ich bin frustriert. Köln macht mich fertig und ich bin mit Köln so fertig, wie ich mit dem Thema Zirkus schon seit Kindertagen fertig bin. Möglich, dass ich alles durch die falsche Brille sehe — dabei habe ich nach wie vor keine. Ziemlich sicher liegt es daran, dass ich kein Großstadtkind bin und auch nie werde. Früher träumte ich von größeren Städten, heute zieht es mich wieder ins Beschauliche. Die paar Tage in Emden dienen zum Auftanken und ja, auch zum Kennenlernen.

Meine Unzufriedenheit trage ich nun schon viel zu lange mit mir herum. Es wird wohl Zeit, Parameter zu verändern.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren