Dauerbrenner am Ende

Dauerbrenner am Ende

Im Einzelhandel freut man sich über Dauerbrenner und Verkaufsschlager. Anderorts führe sie zu schlaflosen Nächten und krimineller Phantasie.

Nicht so Neubau

Die autofreie Siedlung in Nippes ist schon etwas Besonderes. Nicht nur, wenn man sich mit der Idee dahinter beschäftigt oder ihrer Entstehungsgeschichte nachgeht. Auch im Hinblick auf die Qualität der Bausubstanz gibt es spannendes zu entdecken. Von vergessenen Rückschlagventitelen, Mikroben im Estrich, zu klein dimensionierten Zuflussrohren bis hin zu Sanitäreinrichtungen vom Discounter.

Selbst als Mieter macht es mich sprachlos, mit wie viel Chuzpe hier gepfuscht und zum Teil das Billigste vom Billigsten verbaut und anschließend teuer verkauft wurde. Würde ich eine Liste mit Mängeln allein für unsere Wohnung aufstellen, wäre die über eine DIN-A4-Seite lang. Aber, wie sagt der Kölner so schön, es ist wie es ist. Und zum Glück zwingt uns niemand dazu, die Wohnung zu den aktuellen Mondpreisen zu kaufen. Die zum Teil aufgerufenen Preise wie etwa 1,2 Millionen Euro für eine Reihenhaushälfte entsprechen in etwa dem, was man in Mecklenburg-Vorpommern für zwei Dörfer bezahlt.

Die Immobilienpreise in Köln sind in jedem Fall ein Dauerbrenner unter den Themen. Auch mit dem Clouth Quartier hat sich die Situation hier im Stadtteil Nippes nicht entspannt. Immerhin, vielleicht wurden die Käufer dort nichts so über den Tisch gezogen.

Pfusch als Dauerbrenner
Pfusch als Dauerbrenner

Mängel als Dauerbrenner

Mein persönlicher Dauerbrenner unter den Themen hier in der Siedlung sind die Rollladen an den Gebäuden. Beziehungsweise deren Fehlen. In dem Haus, in dem wir wohnen, gibt es nur im Partner aus Gründen des Einbruchschutzes Rollladen. Das ganze L-förmige Gebäude wurde genau so bestückt. Bei zwei großen Gebäuden, auf die ich vom Küchenfenster heraus blicke, ist es identisch. Redlich ein Sonnenschutz ist vorhanden, der für eine Leiche Verdunkelung sorgt.

Helle Nächte sich daher unangenehm, wenn man nur mit Vorhängen und Gardinen arbeiten kann. Bisher war das bei uns im Schlafzimmer nie ein Problem, selbst feiernde Nachbarn im Sommer brachten uns nicht um den Schlaf. Dafür sorgte dann in den letzten drei Wochen eine leer stehende Wohnung gegenüber. Seit über einem Jahr wohnt dort niemand mehr drin. Aber, so wie es aussieht, ist ab und an jemand dort, um nach dem Rechten zu sehen — beziehungsweise die Wohnung für einen absurden Preis anzubieten. Genaues wissen weder meine Frau noch ich.

Wie dem auch sei, beim letzten Besuch hat man wohl versehentlich tagsüber das Licht auf dem Balkon angeschaltet. Das kann deshalb passieren, weil der Schalter für den Sonnenschutz direkt über dem für die Beleuchtung ist. Und anders als bei der Außensteckdose brennt im Schalter kein rotes Licht als Hinweis.

Die Außenbeleuchtung wurde auf diese Weise zum Dauerbrenner, der in unser Schlafzimmer schien, wie ein künstlicher Vollmond. Gestern Morgen dann ist die Birne endlich durchgebrannt. Die heutige Nacht war daher deutlich angenehmer.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren