Humor bei(m) Brettspielen

Humor bei(m) Brettspielen

Mit Humor kann man selbst eine krachende Niederlage bei einem Brettspiel in einen Gewinn verwandeln. Das funktioniert sogar bei völlig spaßbefreiten Spielen.

Abhängigkeit von Mitspielern

Wie viel Spaß man bei Brettspielen hat, hängt zu einem wesentlichen Teil auch von den Mitspielern ab. Selbst die besten Spieler werden zu Rohrkrepierern, wenn die Stimmung am Tisch schief hängt oder ein Miesepeter den Abend ruiniert.

Auf der Seite kann selbst die heftigste Gurke noch Spielspaß sorgen, wenn die Mitspieler über genügend Humor verfügen. Erstaunlicherweise ist Humor auch bei bierernsten Spielen möglich. Allerdings ist die Anzahl an Brettspielen, die sowohl anspruchsvoll sind als auch mit einem Augenzwinkern daherkommen, recht begrenzt. Sucht man Humor in Brettspielen, findet man es zumindest bei „lustigen“ Spielen, also solchen, die eher wenig anspruchsvoll sind — zumindest ist das mein Eindruck.

Sehr interessante Einblicke diesbezüglich gibt mir die Spielestatistik für den Monat April. Insgesamt gespielt wurden 43 Partien, was den April zum spielstärksten Monat bisher in diesem Jahr macht. Dabei entfallen 34 Parteien auf redlich drei Spiele:

  • Architekten des Westfrankenreichs — 12
  • Flügelschlag — 12
  • Star Trek: Asendancy — 10

Völlig wertfrei sind das auf jeden Fall drei Spiele für die 10er-Challenge und gleichzeitig drei Spiele, die nach einer Rezension schreien.

Humor bei Root
Humor bei Root

Kann Spuren von Humor enthalten

Der dritte Platz ist in jedem Fall ein Ergebnis der Osterferien, den von Umfang her ist Star Trek: Asendancy nichts, was man einfach mal so unter der Woche spielen kann, wenn man „nebenbei“ noch arbeitet.

Meiner Frau und mir hat das Spiel ausgesprochen gut gefallen, auch in einer 2er-Besetzung mit den Borg als Gegner. Viele gelacht haben wir beim spielen jedoch nicht.

Auch Flügelschlag enthält garantiert keine Spuren von Humor, lässt sich allerdings im Gegensatz zu ST:A flott wegspielen, auch mal an einem Abend nach einem arbeitsreichen Tag. Sowohl meine Frau und ich waren bis vor wenigen Tagen überzeugt davon, dass Flügelschlag unser Highlight im April werden würde.

Nach den ersten Parteien Architekten des Westfrankenreichs wurden wir jedoch eines besseren belehrt. Das Spiel kommt mit einem leichten Augenzwinkern daher, was sich unter anderem an der grafischen Gestaltung zeigt. Humor kommt während des Spielens nicht zu kurz, wir haben häufig herzlich gelacht.

Architekten des Westfrankenreichs ist deutlich interaktiver als andere Worker Placement Spiele und hat durch die Tugendleiste einen zusätzlichen Dreh. Es macht einfach auch mal Spaß, böse zu sein und Steuern zu hinterziehen, selbst wenn man nicht an der Kathedrale bauen darf.

Ziemlich gelungen bei Architekten des Westfrankenreichs ist auch der Bot, den man sowohl für das Solospiel als auch das Spiel zu zweit verwenden kann. Gut zu steuern und eine richtige Herausforderung, die insbesondere mich ziemlich unter Druck gesetzt hat.

Ein Root User

In den ersten Rezension zu Architekten des Westfrankenreichs wurde häufiger davon gesprochen, dass man die Spielmechanik unterwandern kann, wenn man keine Arbeiter der Mitspieler gefangen nimmt. Bisher finde ich noch keinen Grund, so zu spielen. Es macht einfach Spaß, Gefangene zu nehmen, bringt Geld und verhindert bestimmte Aktionen der Mitspieler.

Kurz vor Ende des Monats kann dann endlich Root auf den Tisch, ein Spiel, welches mir bei der ersten Partie im letzten Jahr sehr gut gefallen hatte. Das selber zu kaufen, war nicht ganz so einfach, die Kickstarter Kampagne ging damals an mir vorbei, weil ich Root komplett unterschätzt hatte.

Grob vereinfacht ließe sich Root als COIN (Counter-insurgency) Spiel für Einsteiger beschrieben. Die vier Fraktionen im Grundspiel sind komplett unterschiedlich und spielen sich auch so. Nach jetzt vier Parteien ist hier noch längst nicht die Luft raus, zumal ich noch nicht alle Fraktionen selbe gespielt habe.

Vorbildlich bei Root sind im Übrigen die Spielregeln, die in zwei Geschmacksrichtungen beiliegen. Mit dem Beiblatt zum Schnelleinstieg kann man auch Neulingen am Tisch Root recht vergleichsweise schnell erklären. Um das Spiel zu meistern, sind aber einige Partien erforderlich. Der sich an der grafischen Gestaltung zeigende Humor bei Root täuscht, denn das Spiel ist ein knallhartes Wargame. Hier wird nicht gekuschelt, sondern gekloppt. Mit anderen Worte, viel Interaktion.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren