Politiker richtig aufhängen

Politiker richtig aufhängen

Vor anstehenden Wahlen wie werden Politiker an vielen Orten aufgehängt. Unbeteiligte stehen dabei und fragen sich nach dem Sinn.

Wahlplakaten im Stadtraum

Während es die meiste Zeit des Jahres relativ ruhig ist, werden Politiker kurz vor einer Wahl aufgehängt. Von Lampenmasten, Bäumen und anderen Befestigungsmöglichkeiten blicken sie meist lächelnd auf uns herab. Natürlich möchten sie mir ihrem Wahlergebnis hoch hinaus, aber es wäre doch viel schöner, wenn sie uns mit ihren Plakaten auf Augenhöhe begegnen.

Im Stadtbild hängen sie oft weit über unseren Köpfen, außerhalb unserer Reichweite. Das hat keine symbolische Bedeutung, lediglich eine praktische Bewandtnis. Es soll vor Vandalismus schützen — zu kurz gedacht, denn mit einem Farbbeutel ist jedes Gesicht in Wurfweite.

Viel darf man sich von den Wahlplakaten nicht erhoffen. Meistens werden komplizierte Sachverhalte auf Floskeln reduziert. Mit etwas Glück kennt man den Politiker, der dort oben am Baum hängt und um Stimmen wirbt.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Bürgerinnen und Bürger auch an den Wahlständen der Parteien das Gespräch suchen können. Dort ist man meistens auch bereit, längere Diskussionen zu führen. Mit etwas Glück gibt es einen Luftballon und ein paar Broschüren so wie einen Kugelschreiber. Viel begehrter als Argumente sind jedoch Einkaufswagenchips oder eine Packung Streichhölzer — als ob nicht bereits an anderer Stelle genug gezündelt wird.

Politiker aufhängen (Symbolbild)
Politiker aufhängen (Symbolbild)

Slogans und anständige Politiker

Wie schon häufiger bemerkt, ist es wichtig, zur Wahl zu gehen. Wer eine Stimme hat, sollte sie auch nutzen. Für welche Partei man sich entscheidet, hängt leider häufig genug vom Bauchgefühl ab statt von Inhalten. Wohl auch ein Grund, warum man Politiker aufhängt, um auf Stimmenfang zu gehen. Unglücklicherweise ist nicht jedes Gesicht auf Anhieb sympathisch.

Zudem sind manche Slogans so platt, dass sie nicht mal zum anbiedern taugen. Anständige Politiker erkennt man nicht nur im Wahlkampf an gute Politik und sauberer Argumentation. In dieser Hinsicht als abschreckendes Beispiel dürfte mal wieder Christian Lindern von der FDP dienen. Bezüglich Fridays For Future ist er ja der Meinung, man soll so was den Profis überlassen. Jüngst äußerte er sich dahingehend, man müsse ja so was wie ein Montag für die Wirtschaft einführen. Sag der Mann, der die Klimapoltik der Bundesregierung als schädlich für die Wirtschaft verurteilt. An diesem Politiker kann man sehr gut den Unterschied zwischen liberaler Politik und einer Haltung „Scheiß egal, Hauptsache wir bekommen Geld“ verdeutlichen.

Die Angst der FDP vor der Abschaffung von fossilen Brennstoffen ist wohl auch die Angst vor der Abschaffung von fossilen Politikern. Gute Argumente, warum die Partei in der politischen Landschaft benötigt wird, fehlen leider derzeit.

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über Thomas Boley


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Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren