Ein rechtsradikaler Terrorist erschoss in Neuseeland 49 Menschen. Erschreckend an der Tat ist ihre Liveübertragung im Internet.

Paradies am Ende der Welt

Beim Stichwort Neuseeland werden viele von uns sofort an einen Film denken. Die neuseeländische Landschaft hat „Herr der Ringe“ einen unverkennbaren Stempel aufgedrückt. Anderen fallen Kiwis ein. Für mich ist Neuseeland mit Macpac  verbunden. Mein erster großer Rucksack, den ich nach wie vor habe, stammt von dieser Firma.

Schafe, Natur, vielfältige Klimazonen, Erdbeben — mit Terroranschlägen hat man Neuseeland bisher nicht in Verbindung gebracht. Die beiden Anschläge am Freitag in Christchurch, denen 49 Menschen mit muslimischen Glauben zum Opfer fielen, sind eine Zensur. Sie erschreckend das Land selber, sorgen aber auch rund um den Globus Menschen für Angst, Trauer und viele Fragen.

An erster Stelle sollte  Mitgefühl für die Toten, die überlebenden Opfer und die Angehörigen stehen. Die Tat ist widerwärtig und besonders feige. Der Mörder nutzte die Zeit des Freitagsgebetes, um in zwei Moscheen einzudringen. Genau wissen, dass sich dann am meisten Menschen in der Moschee aufhalten. Flüchtende schoss er in den Rücken.
Die Einzelheiten seiner Tat, seines Vorgehens sind gut dokumentiert. Genau das aber ist ein erhebliches Problem, denn der Täter hat sein Vorgehen aufgezeichnet.

Trauer nicht nur in Neuseeland

Trauer nicht nur in Neuseeland

Mitgefühl mit den Menschen in Neuseeland

Terroranschläge gibt es weltweit, von Tätern mit ganz unterschiedlicher Gesinnung. Welches kranke Manifest zur Tat in Neuseeland verbreitet wurde, ist meiner Meinung nach unerheblich. Sicher gibt es Einblick in die Vorstellungswelt des Täters und Menschen, die seine Überzeugungen teilen.

Es wird Nachahmungstäter geben, mit ziemlicher Sicherheit. Rechtsradikale, Linksradikale, Fundamentalisten unterschiedlicher Glaubensrichtungen und anderweitig psychisch gestörte Menschen. Sie werden sich an dem neuen „Standard“ orientieren. Die Tat in Neuseeland wurde nicht nur vorher im Internet angekündigt, sondern auch dorthin als Live Stream übertragen — zu sehen unter anderem bei Facebook.

Der Täter trug eine Bodycam auf, man mitverfolgen, wie er die Menschen tötet. Es muss gewirkt haben wie in einem Ego-Shooter, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb. Man sah die Waffe, das Waffenfeuer, die sterbenden und flüchtenden Menschen aus der Sicht des Terroristen.

Trotz Löschungen und Filter verbreitete sich das Video der Tat viral. Auf diese Weise werden die Opfer immer wieder erneut zu Opfern. Ein Kurzfilm über das Massaker, 16 Minuten, 56 Sekunden — die pervertierte Seite von Social Media. Die Plattformen selber scheinen der Sache nicht Herr zu werden. Statt dessen löscht man lieber harmlose Beiträge und Bilder — eine Erfahrungen, die mittlerweile nicht wenige Nutzer gemacht haben dürften.

Was wir tun können

Angesichts der Toten in Neuseeland stellt sich wie bei so vielen Anschlägen die Frage, was wir tun können. Bei Twitter gibt es einen Post von Nasir Ahmad, der drauf eine sehr schöne Antwort hat:

Liebe Freunde,
wenn ihr Muslimen Solidarität wegen des Terroranschlag|s in Neuseeland zeigen wollt: besucht ihre Moscheen. Sie werden euch herzlich empfangen und sie werden sich freuen.
Zusammenhalt ist alles in schweren Zeiten. Wir sind eine Familie.

Ja, das sollten wir tun. Wir leben gemeinsam in einer Welt, wie sind alle Menschen, egal welche Hautfarbe oder Religion wir haben. Auch wenn Mitgefühl und Solidarität die Toten nicht zurück ins Leben bringen, hilft es allen anderen — auch uns selber.

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