Mit falschen Bein

Mit falschen Bein

Jeder kennt die Tage, wo man meint mit dem falschen Bein aufgestanden zu sein. Man wünscht sich wieder zurück ins Bett, die Decke über den Kopf.

Tage wie dieser

Schon seit Wochen wusste ich, was heute für ein bescheidener Tag werden wird. Das gute Wetter in den letzten Tagen, welches sich ebenfalls hat, verbessert die Situation nicht gerade. Im Gegenteil. Erheblich früher als sonst musste ich aufstehen, garantiert mit dem falschen Bein und unfreiwillig, wenn ich das mal so sagen darf. Der Grund liegt hier in Köln, leider nicht begraben. Die Stadt ist ab heute bis kommenden Mittwoch im Ausnahmezustand. Besonders gutes Wetter macht die Situation noch unerträglicher.

Für die einen ist Karneval in Köln, die andere bezeichnen die Stadt als größtes Freiluft-Pissoir. Ja, ich kann mit Karneval nichts anfangen. Darüber habe ich auch mehrfach hier im Blog geschrieben. Versuche der Integration sind gescheitert. Mir fehlen einfach die Schunkel-Gene.

Was hat das mit dem frühen Aufstehen zu tun? Karneval hier in Köln bedeutet auch immer eine eingeschränkte Versorgung mit normalen Lebensmitteln — nur besaufen kann man sich rund um die Uhr. So haben hier im Viertel (mal bewusst nicht Kölsch geschrieben) die Supermärkte am heuten Tag nur bis Mittags geöffnet. Daher muss ich wohl oder übel vor der Arbeit einkaufen.

Trauriges Selfie mit falschen Bein
Trauriges Selfie

Aufstehen mit falschen Bein

Mit welchem Bein ich kürzlich aufgestanden bin, weiß ich tatsächlich nicht. Vermutlich wird es mit dem falschen Bein gewesen sein, so wie ich mich fühle. Aber es gibt noch andere Gründe als Karneval, warum ich mir heute lieber die Decke über den Kopf ziehen würde.

Im Sommer werden es 16 Jahren, die ich hier schon im Blog schreibe. Mir ist sehr kürzlich wohl ein ziemlicher Fauxpas unterlaufen — ein falscher Schritt, wenn man so will also auch mit dem falschen Bein. In absoluter Blauäugigkeit habe ich über etwas geschrieben, ohne mir über die Hintergründe im klaren zu sein. Normalerweise recherchiere ich vorher immer, lese zusätzliche Artikel und Hintergrundinformationen. Zumindest in den Fällen, wo es angebracht ist und sein sollte.
Vielleicht aus Mitleid, sicher aus Unerfahrenheit mit den Hintergründen der Szene war ich zu unkritisch. Mea Culpa! Als ich heute morgen beim Frühstück dann meine „Hausaufgaben“ machte, wurde mir ganz anders. Das hätte mir so nicht passieren dürfen. Das Ganze werde ich erstmal sacken lassen und in ein paar Wochen darüber dann schreiben.

Bei einem anderen Video, was ich mir gerade angesehen habe, kam mir die Wut hoch. Ich hasse es, wenn man jungen Menschen manipuliert. Wie geschickt manchmal dabei jedoch an anderer Stelle vergangen wird, um Menschen zu fangen, erschreckt mich.

Nun denn, ich hoffe meine Lektion gelernt zu haben. Und jetzt gehe ich einkaufen und dann wieder ins Bett.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren