Drei Meeple im Schnee — Teil 11

Drei Meeple im Schnee — Teil 11

Einen Nomaden in der Wüste nennt man Targui. So lautet auch der Names des Spiels, welches Martin im Jahr seines Geburtstagsdesasters gerne spielte. Die Mehrzahl von Targui ist Tuarek, eine bekanntere Bezeichnung für die Stämme der Wüste.

Die raue, lebensfeindliche Umgebung erforderte es, dass man sich zusammenschloss und aufeinander verlassen konnte. Im Spiel kämpften die Spieler für ihren Stamm gegen die anderen Stämme um die Vorherrschaft in der Wüste und versuchten, die den Sieg versprechende Saline in der Mitte zu verteidigen.

Kämpfe wurden mit Kamelen ausgetragen, je mehr Kamele man hatte, desto wahrscheinlicher wurde ein Sieg gegen feindliche Stämme. Jede Runde gab es einen gewissen Nachschub an Kamelen, aber nur wenn man die eigentliche Siedlung seines Stamms noch nicht verloren hatte.

Targui gehörte zur Spielesammlung des Clubraums der Gemeinde, in dem sich Martin häufig mit anderen traf. Martin mochte am Spiel den variablen Spielplan, die vielen Kamele, die durch einen einzelnen Höcker aus Kunststoff dargestellt wurden und das Plastikgeld.

Immer wieder brütete Martin an neuen Strategien, um zu gewinnen. Was er jedoch übersah, war die Symmetrie des Spiels. Targui ließ sich mit zwei bis vier Spieler spielen, am besten jedoch mit vier. In jeder Ecke des Spielplans befand sich dann die Siedlung eines Stammes, die wertvolle Saline in der Mitte. Dazwischen lebensfeindliches Salzmeer, Oasen, Gebirge und Sanddünen. Ein Vorstoß zur Saline sorgte immer für ein Schwächung der Flanken zur linken und rechten Seite.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren