Nicht selten endete Targui für Martin mit einer Niederlage. Ihm gelang es oft genug, die Saline zu erobern, doch wurde er dann von seiner Siedlung abgeschnitten. Ohne eigene Siedlung gäbe es keine neuen Kamele mehr, so dass der Stamm von Martin in der Spielplanmitte ausblutete, bis die Saline den anderen Spielern schutzlos offen stand.

Seine Leichtgläubigkeit wurde Martin beim spielen von Targui immer wieder zum Verhängnis.

„Du kannst ruhig in die Mitte, ich greife dich nicht an.“

Er fast so verlockend wie ein anderer Satz, welcher Martin gerade als er auf den Tisch im Clubraum mit den Salatschüsseln blickte, durch den Kopf ging.

„Natürlich komme ich zu deiner Geburtstagsfeier.“

Auf jedem Tisch, an dem so häufig Targui gespielt wurde, standen noch immer die vollen Salatschüsseln. Es lag ein angeschnittenes Baguette daneben, mehrere andere trockneten vor sich hin. In einem einzelnen Pappbecher befanden sich noch Reste von Cola, die dazugehörige Flasche war die einzige angebrochene aus einem ganzen Kasten. Bier fehlt nur wenig, die härten Sachen waren erst gar nicht angerührt worden. Wie auch, denn noch fühlte sich Martin nicht bereit, sich alleine zu betrinken. Von den eingeladenen hatten nur zwei für nicht mal eine Stunde vorbei geschaut. Nicht mal die, mit denen er sonst Targui gespielt hatte, waren gekommen.

Durch das Fenster fallende Sonnenlicht schnitt den Tisch in zwei Hälften, wie zwei Stücke, die in Martins Brust gerade zersprangen. Für ihn stand am Morgen nach der Geburtstagsfeier fest, wie viel er unangerührt wegwerfen musste.

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