Auch wenn Martin nie zu alt für Legosteine sein würde, wünschte er sich Weihnachten im Jahr vor Kai etwas anderes. Die Eltern von Martin besaßen eine bescheidene Sammlung von Brettspielen. Ein Monopoly, welches bessere Tage gesehen hatte. Ein Schachspiel aus Plexiglas, für das sich Martin nie reif genug fühlen würde. Dann gab es da noch eine Brettspielsammlung, über 50 Spiele in einer Schachtel. Von Mensch ärgere dich nicht über Halma und anderen Spielen, die Martin langweilig fand. Im Fernsehen wurde für so was keine Werbung gemacht, dafür aber für bunte Spiele von Milton Bradley, die Spannung und Abenteuer versprachen. Martin wollte unbedingt Spiel des Lebens haben.

Im Spätherbst verging kein Tag, an dem Martin nicht im Vedes-Katalog blätterte. Die Seite mit seinem Wunsch ließ er jedesmal zufällig aufgeschlagen auf dem Küchentisch liegen, bis seinen Mutter abermals den Katalog in die Truhe mit den Zeitschriften räumte. Die letzten Wochen vor Weihnachten wurde für Martin zur Qual. Hoffnung und Neugier wuchsen. Er wollte einfach dieses Spiel zu Weinachten bekommen.

An das Christkind glaubte er bereits nicht mehr, aber es fiel im schwer, seinen Eltern auf die Schliche zu kommen. Sie hatte er schon länger im Verdacht, die Geschenke zu kaufen. Auch konnte er sich vorstellen, dass sie irgendwo in der Wohnung sein mussten, bevor sie verpackt und unter den Weihnachtsbaum gelegt wurden.

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