Drei Meeple im Schnee — Teil 1

Drei Meeple im Schnee — Teil 1

Erpressung ist ein hartes Wort, wenn es um einen Auseinandersetzung unter Neunjährigen geht. Kai hielt das Fahrrad von Martin fest. Hinter ihnen im kleinen Wald an der Autobahn lag der alte Bunker. Kurz zuvor hatten sie noch gemeinsam darin gespielt. Zwei beste Freunde und einer, der zu viel war. Uwe stand teilnahmslos etwas abseits, verbarg seine Hände in den Hosentaschen. Noch vor ein paar Monaten hätte kein Blatt zwischen ihm und Martin gepasst. Beste Freunde für immer. Bis zu dem Moment, in dem Kai sein Fahrrad festhielt und zu Martin sagte, es gäbe da noch was zu klären.

Erst kurz vor den Sommerferien kam Kai in die Klasse von Martin und Uwe. Kai war schon zehn. Vielleicht war es doch Erpressung.

„Mit einem kaputten Rücklicht solltest du um diese Zeit kein Fahrrad fahren.”

Als Martin im fragend ansah, trat Kai gegen das Rücklicht.
„Bild dir bloß nicht ein, Uwe wäre noch dein Freund. Wenn du mit ihm spielen willst, kostet das was.”

Martin sah Uwe nicken. Er will jetzt einfach nur noch nach Hause. Dachte an den Weg zurück und an das kaputte Rücklicht. Was seine Eltern wohl dazu sagen würden?

„Was ist jetzt, zahlst du?” Kai wartete noch immer auf eine Antwort.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren