Magic the Gathering verzaubert

Magic the Gathering verzaubert

Seit 25 Jahren ist Magic the Gathering auf dem Markt. Nach wie vor kann es sich gegen die Konkurrenz behauptet, selbst wenn sie vom gleichen Spielautor stammt.

Kein Schlüssel für Keyforge

Wie eine Katze um den heißen Brei schleiche ich derzeit um Keyforge herum. Im Prinzip kann man an dem ganzen Hype, der das Spiel erzeugt, nicht vorbei. Zudem ist die Einstiegshürde recht gering, wenn man sich nur ein Deck kauft und nicht das (derzeit vermutlich ausverkauft) Starterpak. Die vollständige Spielanleitung gibt es ehedem nur im Internet.
Die letzte Rezension, die ich mir zu Keyforge angesehen habe, war die von Shut up & sit down  — ich mag deren Stil einfach nach wie vor. Wie dem auch sei, Quinns hat einen Vergleich mit Magic the Gathering angestoßen. Was natürlich auch naheliegenden ist, da MTG genau wie Keyforge von Richard Garfield ist. In weiten Teile kann ich der Argumentation von Quinns folgen, nicht jedoch dem Fazit. Nur weil so ein Starterpak so verdammt günstig ist, ist dies noch keinen Grund, sein Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Trotz der Vielzahl von positiven Rezensionen holt mich Keyforge nämlich nach wie vor nicht ab. Schuld daran ist nicht nur das extrem hässliche Artdesign.

Magic the Gathering digital
Magic Duels

Faszination Magic the Gathering

Was die Gestaltung der Karten angeht, kein Keyforge Magic the Gathering nicht das Wasser reichen. Ich denke, ganz unabhängig von Spielmechanik und anderen Faktoren, die jeder für sich anders werte, werden die meisten von uns dem wohl zustimmen.
Bevor ich jedoch gleich weiter die beiden Vergleiche, ein kleiner Exkurs. Die Rezension von Matt und Quinns führte gestern bei mir zu eine Revival. Für iOS und andere Plattformen gibt es das kostenlose Magic Duels. Das ist nicht unumstritten stellt es doch eine sehr abgespeckt Version von Magic Online dar. Dennoch, ich hab es mir wieder installiert. Sofort zog mich das Spiel in den Bann. Die Regeln von Magic the Gathering hab ich auch nach Jahren  immer noch im Blut.

Ja, im Prinzip ist Magic Duels ein Free to Play Spiel. Man kann es aber auch als ein verdammt gut gemachtes Tutorial für das Kartenspiel nehmen und sich im Anschluss echte Karten kaufen. Damit kommen wir dann wieder zurück zum Vergleich zwischen Keyforge und MTG.

Die Menge an Produkten für letzteres ist enorm, Anfänger Neu- und Quereinsteiger werden vermutlich erstmal von Vielfalt erschlagen werden — kein Wunder, denn MTG hat sich in den 25 Jahren stetig weiterentwickelt.

Ein Kostenvergleich

Ein deutsches Deck für Keyforge kostet je nach Händler rund neun Euro. Was bekommt man dafür? Ein Unikat aus 37 Karten, die nicht mit anderen Karten oder Decks gemischt werden könne und dürfen. Machen Decks sind, andere Mittelfeld und einige absolute Möhren, wie zu hören ist. Da man nicht weiss, was man bekommt, ist jeder kauf ein Risiko. Gut, genau das war und ist den bei Boostern von Magic the Gathering ebenso. Zudem eignet sich dort ein einzelner Booster nicht um sofortigen spielen.
Als ich noch MtG spielte, habe ich viel Geld in Booster versenkt und erst spät gelernt, dass man auch viel Spaß mit den vorgefertigten Themendecks haben kann. Man spielt halt casual, aber so what? Wenn ich diese Themendecks jetzt mit Keyforge vergleiche, ergibt sich daraus eine interessante Bilanz. Ein deutsches Magic the Gathering: Core Set 2019 Planeswalker Deck  kostet rund acht Euro. Dafür erhält man 61 Karten, ein Boosterpack mit 15 Karten und eine Kurzanleitung. Im Prinzip also die doppelte Anzahl Karten für einen Euro weniger im Vergleich zu Keyforge. Mit zwei Planeswalker Decks kann man dann gegeneinander spielen. Und kann sie noch anpassen, wenn man möchte.

Spielerisch kann ich Keyforge nicht beurteilen, klar. Aber gestern hat sich wieder einmal für mich gezeigt, wie sehr ich die einzelnen Aspekte von MtG mag. Ja, man muss Mana durch Land generieren um eine Kreaturen und andere Karten abspielen zu können. Das macht aber den Reiz aus und führt zu spannenden Duellen — oder einer schnellen Klatsche. Wenn mir ein Deck in MtG nicht gefällt, kann ich selber Hand anlegen und es verbessern. Bei Keyforge ist das ausgeschlossen.

Blick in die Glaskugel

Wagen wir uns von wenig Wissen über Keyforge nunmehr ganz auf das Glatteis. Ein Blick in die Zukunft. Theoretisch kann ich bei MtG alles miteinander kombinieren, jede Karte aus den unterschiedlichen Epochen. Abgesehen davon, dass es nicht immer turnierlegal ist: es ist möglich. Bei Keyforge wird das nie der Fall sein, denn es würde der Grundidee widersprechen. Man kauft also immer wieder neue Decks, die für sich alleine stehen.

Entweder bleibt Keyforge dann eine Eintagsfliege oder es wird neue thematische Editionen mit wieder neuen Decks geben. Erweitern lässt sich hier nichts. Meiner Meinung nach übertrifft es den Booster-Wahnsinn von MtG erheblich. Bei MtG lassen sich die Karten aus einem Booster schon irgendwie verwende. Seltene und gute Karten können getaucht oder verkauft werden. Aber wer zum Henker will sich ein schlechtes Keyforge-Deck ertauschen?

Die einzigartige Chance von Keyforge ist wohl er die, dass Fantasy Flight genügend Dumme findet, die Geld zum Fenster unbedingt loswerden  wollen. Ehrlich gesagt finde ich es echt schade, dass Richard Garfield so tief gesunken ist. Seine früheren Spiele (zu denen auch das geniale Netrunner gehört), hatten echt Klasse.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren