Fotografieren für Ahnungslose

Fotografieren für Ahnungslose

Die Adventszeit lockt mit wunderschönen Sonnenuntergängen auch Motivmuffel ins Freie. Fotografieren reizt selbst dann, wenn man keine Ahnung vom Handwerk hat.

Motiv macht das Foto

Bei den einleitenden erwähnten Sonnenuntergängen muss man im Prinzip nur zum richtigen Zeitpunkt ein Aufnahmegerät in die Höhe halten und abdrücken. Durch die noch bis zum 21. Dezember kürzer werdenden Tagen ist nicht mal lange aufbleiben notwendig, die meisten haben wohl Gelegenheit, im Rahmen ihres Feierabends noch ein Foto zu schießen.
Auch für Langschläfer gibt es eine realistische Chance, einen Sonnenaufgang zu Gesicht zu bekommen und ihn zu fotografieren. Ob immer wieder Sonnenuntergänge beziehungsweise Sonnenaufgänge bereits ein gutes Motiv sind, sei dahin gestellt. Im Herzen hat Kitsch bei vielen von uns eine kleine kuschelige Ecke.

Mich persönlich zähle ich in Bezug auf die Fotografie nach wie vor zur Kategorie „interessierter Laie“. Ich fühle mich nicht mehr ganz so Ahnungslos, spüre auch, dass sich ein paar Fotos schon so was wie eine eigene Handschrift zeigt — bei Alpha Meeple bin ich da recht stolz drauf. Dennoch zögere ich auch nicht, wie gestern einen Sonnenuntergang zu fotografieren. Was man hat, hat man. Der Bilderbedarf hier im Blog mit täglichen Beiträgen ist hoch. Da ich aus guten Gründen mittlerweile nur noch eigene Fotos bei den neueren Artikel verwende, bin ich froh über jedes zusätzlich Foto in der Sammlung.

Fotografieren von Sonnenuntergängen
Tischtennis im Untergang

Manuell Fotografieren

„Die beste Kamera ist immer die, die man auch dabei hat.“ An diesem Satz ist viel wahres dran. Dennoch halte ich die Aussagen von Starfotograf Kevin Abosch im Artikel der Süddeutschen Zeitung von letzter Woche für falsch.
Wahr ist, die beste Kamera nützt wenig, wenn die Person, die sie verwendet, keine Ahnung hat. Genau so gibt es wahre Künstler, die mit einer simplen Lochkamera umwerfende Motive einfangen können.

Ein Smartphone wird jedoch nicht Spiegelreflex-Kameras ersetzen — auch wenn das in dem Artikel so behauptet wurde. Im Übrigen, viele Blogger hätte bei so einem Text höfflicherweise „Sponsored Post“ dran geschrieben, liebe SZ. Es fällt deutlich zu oft das Stichwort „Oneplus 6T“.

Persönlich verlasse ich mich beim fotografieren lieber auf eine richtige Kamera. Das muss keine Spiegelreflexkamera sein, denn die werden tatsächlich überflüssig werden — ersetzt durch so genannte Systemkameras. Gestern Abend habe ich mich daher ziemlich geärgert, den Sonnenuntergang nur mit dem iPhone einfangen zu können. Durch unterschiedliche Objekte gibt es einfach mehr Möglichkeiten. Vor allem aber mehr Kontrolle. Damit sind wir dann beim Stichwort „manuell fotografieren“. Bei mir hat sich eine Art digitale Demenz manifestiert.

 

Autofreier Sonnenuntergang
Autofreier Sonnenuntergang

Schönheit analoger Objektive

In den letzten Monaten befanden sich ausschließlich analoge Objektive auf meiner a6000 von Sony. Blende, Belichtung, ISO — alles von Hand eingestellt. Dadurch habe ich ein Gespür für die Zusammenhänge bekommen und auch, was fotografieren eigentlich ausmacht. Diese Art der Fotografie fasziniert mich, gerade auch dann, wenn die Objektive (altersbedingt) ihre Macken und Tücken haben. Durch die Digitalkamera habe ich zudem sofortige Rückmeldung, ob ein Bild etwas geworden ist oder nicht.
Um gestern ein paar Fotos von Gloomhaven zu machen, musste ich auf Grund der Lichtverhältnisse auf das automatische Kit-Objektiv wechseln. Damit habe ich schon einige Zeit keine Bilder mehr gemacht. Und was passierte? Ich kam damit nicht zurecht. Erst längeres lesen der Bedienungsanleitung machte mir später ein paar Dinge wieder deutlich.

Ehrlich, die Handhabung eines manuellen Objektivs empfinde ich mittlerweile direkter, natürlicher. Ja, und auch intuitiver. Die Kombination digital mit manuellen Objektiven kann ich daher nur empfehlen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren