Aktien für Arme

Aktien für Arme

Mit seiner Aussage zur Steuerfreiheit für den Kauf von Aktien zeigt Friedrich Merz, was von ihm als potentiellen Parteivorsitzenden der CDU zu halten ist. Weiter weg vom Bürger wie er kann man kaum sein.

Böse oder dumm?

Den Bürgerinnen und Bürger Aktien als wichtigen Bestandteil der Altersversorgung zu empfehlen, man so was aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Dabei muss man sich die Frage stellen, ob so was böse, witzig oder einfach nur dumm ist. Wir Deutschen haben ein schwieriges Verhältnis zu Aktien, was Ursachen und Gründe hat. Selbstverständlich wird immer wieder auf andere Länder verwiesen. So soll etwa in den USA ein Aktiendepot eine sehr beliebte und erfolgreiche Form der Altersvorsorge sein. Selbsterklärte Finanzexperten verweisen gerne drauf, verschweigen jedoch die damit verbundenen Risiken.
Steuerfreiheit für den Aktienkauf als Form der Altersvorsorge, so wie Friedrich Merz es fordert, ist nichts für die breite Masse. Auf so eine Idee kann nur jemand kommen, der seien Schäfchen beziehungsweise Millionen bereits im Trockenen hat. Und im Übrigen dann als Teil seiner Altersversorgung erneut ein politisches Amt anstrebt. Solche Form der Vorsorge entsteht nicht aus der Not heraus, sondern aus dem Überfluss. Genau darin liegt eines der Probleme, wenn Aktienkauf zur Absicherung der Rente empfohlen wird.

Aktien einen Korb geben
Aktien einen Korb geben

Aktien und Volksaktien

Man muss nicht weit ausholen, nur ein paar Jahre in die Vergangenheit zurück springen, um auf die Launigkeit von Aktien hinzuweisen. Es gab mal die so genannte Volksaktie, als der Staatskonzern Deutsche Telekom an die Börse ging. Für den Börsengang wurde auch im Fernsehen groß Werbung gemacht, auch mit dem beliebten Schauspieler Manfred Krug. Ein sicheres Ding sei es. Man bekam das Gefühl, sehr dumm zu sein, wenn man nicht kaufen würde.
Aus dieser Volksaktie wurde dann ein Flop-Papier  Dem besagten Schauspieler tat das leid, er entschuldigte sich dafür öffentlich.
Drei Dinge konnte man aus der Kursentwicklung und dem Absturz der T-Aktie lernen. So ein Aktienkauf ist nichts für Menschen, die von der Materie keine Ahnung haben. Er ist auch nichts für Menschen, die stark auf Sicherheit setzen wollen — eigentlich genau das, was man in Bezug auf seine Altersvorsorge ja erreichen will. Drittens ist es auch nichts, was man mit geliehenem Geld machen sollte. So was überlässt man Spekulanten. Bei der Volksaktie ruinierten sich einige Bürgerinnen und Bürger, da sie sich Geld liehen und auf Grund der Werbung eine übertriebene Erwartung an die Kursentwicklung hatten.
Steuerfreiheit für Aktienkäufe — so was kann einem nur einfallen, wenn man die Bodenhaftung völlig verloren hat. So was als Bundeskanzler und wir können in Deutschland direkt das Licht aus machen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren