Landpartie, Teil 13

Landpartie, Teil 13

Obwohl im Restaurant mittlerweile genügend frei Plätze vorhanden waren, steuert Eberhard von Hallenstein ausgerechnet auf den Tisch zu, an dem Hedwig noch immer saß. Sein kräftiges „ist hier noch frei“ benötige keine Antwort. Hallenstein stellte sein Tablett auf den Tisch und nahm Platz. Auf dem Teller dampfte das deftige Tagesgericht. Schweinsbraten an Kartoffelpüree mit etwas, das noch entfernt an Gemüse erinnerte.

Landpartie Handelsvertreter Eberhard von Hallenstein
jarmoluk / Pixabay

„Wenn sie meinen.“ Hedwig gab sich keine Mühe zu protestieren.

Noch vor dem ersten Bissen stellte Eberhard von Hallenstein vor. Danach folgte ein Redeschwall, der auch nicht von seiner Nahrungsaufnahme unterbrochen wurde. Zu sehr mit ihren eigen Gedanken beschäftigt, empfand Hedwig dies als Rauschen, in dem einzelne Wörter wie Ertrinkenden kurzzeitig auftauchten.

„Handelsvertreter. Dampfbodenreiniger. Zweifach geschieden.“

Es klapperte, als Hallenstein endlich sein Besteck auf den Teller legte. Pflichtbewusst schob Hallenstein die Servierte unter das Besteck. Angewidert schaute Hedwig, wie die Servierte langsam die Bratensauce aufsaugte. Ihr Gegenüber folgte dem Blick zum Teller.

„Das erinnert mich, als ich 1987 an einem Badesee…“ setzte Hallenstein seinen Monolog fort.

Die Metallbeine von Hedwigs Stuhl gaben ein protestierendes Quietschen von sich. Schneller als sie sich es zugetraut hatte, sprang Hedwig auf. Irritiert sah Hallenstein Hedwig hinterher, die zur Tür des Restaurants lief und dabei immer schneller wurde. Als die Tür nach außen aufgezogen wurde, lief Hedwig Waltraud direkt in die Arme.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren